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+++ Neuer Höchstwert: 1.244 Corona-Todesfälle +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Donnerstag, 14. Januar 2021: +++ Epidemiologe fordert weitere Einschränkungen +++ Wuhan: WHO-Mission sucht nach der Corona-Ursprung +++

  • Lesedauer: 4 Min.
Das WHO-Team trifft in Wuhan ein
Das WHO-Team trifft in Wuhan ein

Berlin. Die Zahl der ans Robert Koch-Institut gemeldeten Corona-Todesfälle hat einen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter 1.244 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen von Donnerstagmorgen hervorgeht. Zudem wurden 25.164 Neuinfektionen gemeldet.

Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Donnerstagmorgen bei 151,2. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 310,4 und Sachsen mit 292,4. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 84,0.

In den vergangenen Tagen sei die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder angestiegen, hieß es im RKI-Lagebericht vom Mittwochabend. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetze, werde sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen.

+++ Epidemiologe fordert weitere Einschränkungen +++

Berlin. Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt. »An allen Stellschrauben, die Kontakte reduzieren, müssen wir noch stärker drehen«, sagte Brockmann am Donnerstag im ZDF-»Morgenmagazin«. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen wirkten nicht so gut wie der Lockdown im vergangenen Frühjahr, das sehe man auch an den Mobilitätsdaten. Damals sei die Mobilität innerhalb einer Woche um 40 Prozent zurückgegangen. Auch seit Dezember seien weniger Menschen unterwegs, allerdings seien die Zahlen langsamer gesunken. »Das hängt auch viel mit Pandemiemüdigkeit zusammen«, sagte Brockmann. Es sei wichtig, die weiterhin hohen Corona-Zahlen zu senken. »Eines ist klar, das Impfen hilft uns nicht, auf diesem Niveau rauskommen, wo jeden Tag mindestens 1000 Menschen sterben«, sagte er. Impfen sei eine wichtige Komponente gegen die Pandemie, helfe aber erst mittelfristig, wenn viele Menschen den Schutz erhalten hätten.

+++ Wuhan: WHO-Mission sucht nach der Corona-Ursprung +++

Wuhan. Nach tagelanger Verzögerung ist ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der chinesischen Stadt Wuhan eingetroffen, um die Ursprünge des Coronavirus zu erforschen. Aufnahmen des staatlichen Fernsehsenders CGTN zeigten am Donnerstag, wie die aus Singapur kommende Maschine mit den WHO-Experten an Bord in Wuhan landete. Ursprünglich war der Beginn der WHO-Mission bereits für vergangene Woche geplant gewesen. Fehlende Genehmigungen von chinesischer Seite verzögerten den Start jedoch. Die zehn WHO-Experten, darunter Fabian Leendertz vom Robert-Koch-Institut in Berlin, müssen sich wegen der strikten chinesischen Einreisebestimmungen zunächst für zwei Wochen in Quarantäne begeben. In der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des neuartigen Erregers festgestellt worden. Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte der Coronaviren waren. Ungeklärt ist aber, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente. Unter anderem dazu wollen die WHO-Experten Nachforschungen anstellen. WHO-Teamleiter Peter Ben Embarek erklärte, es könnte lange dauern, »bis wir ein umfassendes Verständnis von dem, was passiert ist, haben«.

+++ Bartsch fordert langfriste Corona-Strategie +++

Berlin. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat von der Bundesregierung eine langfristige Strategie gegen das Coronavirus gefordert. »Ich wünsche mir, dass in der Bundesregierung nicht so viel geredet wird«, sagte Bartsch am Donnerstagmorgen im Deutschlandfunk. Gesundheitsminister Jens Spahn habe in seiner Regierungserklärung am Mittwoch im Bundestag viel Wichtiges gesagt, aber auch viele Allgemeinplätze. Danach habe es eine Auseinandersetzung mit der SPD gegeben, kritisierte Bartsch. »Dazu kommt das Problem, dass in der CDU bei einigen nicht das Bekämpfen der Pandemie dominiert, sondern das Rennen um die Kanzlerkandidatur«, sagte Bartsch. Einige Ministerpräsidenten der Union wie Daniel Günther in Schleswig-Holstein würden zwar durchaus durch Zurückhaltung und Engagement auffallen. »Mich stört, dass jetzt vor allem diejenigen aktiv sind, die beim Thema Kanzlerkandidatur unterwegs sind.« Vorstöße wie die des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) für eine Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen sorgten vor allem für Verunsicherung. Agenturen/nd

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