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Breitensport in neuen Hallen

Landessportbund zieht erfolgreiche Bilanz des kommunalen Investitions- und Förderprogramms - 66 Bauvorhaben sind bisher umgesetzt

  • Von Wilfried Neiße
  • Lesedauer: 3 Min.
So sah die Baustelle der neuen Potsdamer Mehrzwecksporthalle am Luftschiffhafen 2011 noch aus. Inzwischen ist die Halle fertiggestellt.
So sah die Baustelle der neuen Potsdamer Mehrzwecksporthalle am Luftschiffhafen 2011 noch aus. Inzwischen ist die Halle fertiggestellt.

Am Potsdamer Sportpark Luftschiffhafen ist dieser Tage ein baulich-architektonischer Generationswechsel im Gange: der Umzug von der alten grauen und verwitterten Geräteturnhalle in den brandneuen Drei-Felder-Komplex gleich neben dem Eingang und dem Parkhaus. Die Studierenden der Universität haben die neue Halle schon bezogen, weitere Sportvereine werden folgen, sobald Corona das zulässt. Eine Ära ist damit beendet, die 1962 begann.

Damals wurde an diesem Ort für den DDR-Armee-Sportklub ASK Vorwärts die modernste Leistungsturnhalle Europas errichtet. Weltmeister und Olympiasieger, wie zum Beispiel der Kunstturner Holger Behrendt, der 1988 olympisches Gold an den Ringen holte, erhielten hier ihren Schliff. Nach 1990 öffnete die nunmehr zuständige Bundeswehr die Halle für den Universitäts- und Breitensport. Eine Leistungsliga Geräteturnen gab es alsbald in Potsdam nicht mehr, das Leistungszentrum wurde nach Cottbus verlegt. Die letzten Potsdamer Verbliebenen lösten ihre Bundesliga-Riege geräuschlos auf - nicht, weil sie nicht sportlich bestanden hätten, sondern weil sich partout kein Sponsor fand, der auch nur ein Minimum der nunmehr für Start, Bekleidung, Transport und Training anfallenden Kosten übernommen hätte. Dazu waren die Sportler selbst finanziell nicht imstande - und damals musste alle sehen, wo sie blieben. 1994 übernahm die brandenburgische Landeshauptstadt Potsdam das Gelände am Templiner See. Schon damals hieß es, das Gebäude werde abgerissen, ein Neubau werde folgen. Es ließ dann aber doch noch einmal ein Vierteljahrhundert auf sich warten, bis es so weit war.

Das gilt für praktisch alle Projekte des Sportes, die im Rahmen des kommunalen Investitionsprogramms und des Förderprogramms »Goldener Plan Brandenburg« umgesetzt worden sind. In Zeiten, die eher von Hiobsbotschaften geprägt sind, konnte der Vorstandsvorsitzende des Landessportbundes, Andreas Gerlach, Ende vergangener Woche im Bildungsausschuss des Landtages einen erfolgreichen Abschluss des »größten Breitensportprogramms Brandenburgs« verkünden. Zur Umsetzung des noch unter der rot-roten Landesregierung aufgelegten kommunalen Sportstättenprogramms wurden Gerlach zufolge 13,2 Millionen Euro der insgesamt zur Verfügung stehenden Summe von 14 Millionen Euro bewilligt. Durch Neubau oder Sanierung wurden 66 Projekte fertiggestellt, und es könnten noch weitere fünf hinzukommen, wie er betonte. Zusammen mit dem kommunalen Eigenbeitrag in Höhe von 25 Prozent seien 17 Millionen Euro in den Breitensport Brandenburgs geflossen. Der zuvor bestehende Sanierungsstau sei »erheblich abgebaut« worden. Von den insgesamt 111 Bauvorhaben im Landessport seien 106 abgeschlossen, bei zwei weiteren gebe es coronabedingte Verzögerungen, so der Verbandvorsitzende.

Das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange ist damit aber noch nicht erreicht: »Es kann weitergehen«, erklärte der Sportfunktionär kampfentschlossen. Umfragen im Landessportbund haben ergeben, dass für weitere 252 Vorhaben ein Baubedarf mit einem Gesamtvolumen von 87 Millionen Euro besteht. Gegenüber der Grünen-Fraktionschefin Petra Budke versicherte Gerlach, dass Themen wie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit beim Bau von Sportprojekten aber auch bei Sanierungsvorhaben schon aus Kosten- und Eigeninteresse der Vereine stets mitbedacht werden. Diskussionen gebe es beim Kunstrasen.

Eine letzte Bewährungsprobe musste die alte Turnhalle vor fünf Jahren bestehen, als die zuvor für Abermillionen Euro sanierten benachbarten Sport- und Schwimmhallen keine ausreichende Sicherheit bei Schneelasten bescheinigt bekamen und plötzlich nicht mehr betreten werden durften. Einzig dem damals über 50 Jahre alten Gebäude aus DDR-Tagen wurde die Standfestigkeit bescheinigt, so dass es anderen Sportler Asyl bieten musste, bis auch deren Gebäude nachgerüstet waren und die notwendigen Kriterien erfüllten. Nun hat die Geräteturnhalle ausgedient, bald beginnt der Abriss.

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