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+++ Sinkende Patientenzahlen machen Intensivmedizinern etwas Hoffnung +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Mittwoch, 20. Januar 2021: +++ Dreijähriges Corona-Hilfsprojekt für Kinder in Afrika gestartet +++ 15 974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle gemeldet +++

  • Lesedauer: 6 Min.
Corona in Deutschland und weltweit: +++ Sinkende Patientenzahlen machen Intensivmedizinern etwas Hoffnung +++

+++ Weniger Corona-Patienten: Etwas Optimismus bei Intensivmedizinern +++

Mediziner sehen mit Blick auf die Zahl der Covid-Intensivpatienten einen leicht rückläufigen Trend. »Wir sind vorsichtig optimistisch«, sagte ein Sprecher der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) am Mittwoch. Es habe keinen großen Anstieg der Patientenzahlen als Folge von Weihnachten und Silvester gegeben. Es bleibe zu hoffen, dass die Kurve weiter sinke. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass es beim Lockdown bleibe und Mutationen des neuen Coronavirus die Infektionslage nicht grundlegend verändern.

Regional kann die Auslastung der Intensivstationen mit Covid-Patienten unterschiedlich ausfallen. Bundesweit hatte sie mit rund 5700 Menschen am 3. Januar einen Höchststand in der Pandemie erreicht. Seitdem gehen die Zahlen langsam zurück. Am 19. Januar lagen sie laut Divi bei 4930.

»Aktuell sind wir bei knapp unter 5000 Intensivpatienten in Deutschland - da müssen wir noch deutlich runter«, sagte Divi-Präsident Gernot Marx am Mittwoch der »Rheinischen Post«. Es gehe auch darum, wieder aufnahmebereit zu sein, falls die Virus-Mutation sich in Deutschland trotz aller Maßnahmen verbreite und zu mehr Infektionen und damit auch mehr Intensivpatienten führe. »Der Peak ist zwar vorerst überschritten, aber wir sind noch weit weg von einer Situation, in der man von einer Entspannung sprechen kann«, betonte Marx. Das Robert Koch-Institut berichtete am Mittwoch von 1148 neu gemeldeten Covid-19-Todesfällen. Insgesamt sind in der Pandemie nun 48 770 Tote im Zusammenhang mit dem Virus registriert.

+++ NRW stoppt Corona-Erstimpfungen wegen Lieferengpässen +++

Wegen Lieferengpässen stoppt Nordrhein-Westfalen in der kommenden Woche die Erstimpfungen gegen das Coronavirus. Weil die Firma Biontech ihre Planung geändert habe und NRW etwa 100.000 Impfdosen weniger bekomme, müsse die Impfplanung angepasst werden, bestätigte ein Sprecher des Landesgesundheitsministeriums dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Impfzentren werden demnach eine Woche später als geplant, am 8. Februar, öffnen. Dann beginnen auch die Erstimpfungen für die über 80-Jährigen. Die Terminvergabe für diese Altersgruppe startet aber wie geplant am kommenden Montag.

Die Impfungen der zweiten Dosen laufen dem Gesundheitsministerium zufolge aber weiter. Ab dem 1. Februar sollen dann in den Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen auch wieder neue Erstimpfungen stattfinden. Dafür seien rund 80.000 Impfdosen eingeplant.

Bislang sind in Nordrhein-Westfalen den Angaben zufolge rund 350.000 Erstimpfungen zum Schutz gegen das Coronavirus durchgeführt worden. Bis Ende der Woche würden noch etwa 30.000 dazukommen, so dass dann rund 380.000 Menschen im Land eine erste Impfdosis erhalten haben.

+++ Erneut Lockdown über Teile Pekings verhängt +++

Peking. Die chinesischen Behörden haben am Mittwoch wegen der Entdeckung einer Handvoll Corona-Fälle einen Lockdown über Teile der Hauptstadt Peking verhängt. Die Menschen in den fünf betroffenen Stadtvierteln wurden angewiesen, zu Hause zu bleiben. Unter anderem wurde der südliche Bezirk Daxing abgeriegelt, in dem allein 1,6 Millionen Menschen leben, die nun die Stadt nicht mehr verlassen dürfen.

Anfang Januar waren in der Provinz Hebei, die Peking umgibt, mehrere Corona-Infektionen aufgetreten. Im Zuge dessen wurde die Provinzhauptstadt Shijiazhuang sowie weitere Metropolen abgeriegelt.

In China war vor gut einem Jahr das neuartige Coronavirus weltweit erstmals festgestellt worden. Mit strikten Maßnahmen wie der Abriegelung ganzer Städte und Regionen sowie Massentests hatte das Land das Infektionsgeschehen bis zum Frühjahr unter Kontrolle gebracht. In den vergangenen Wochen wurden einige hundert Corona-Infektionen in der Volksrepublik nachgewiesen, vergangene Woche starb zum ersten Mal seit Mitte Mai ein Mensch an Covid-19.

Die chinesischen Behörden ergreifen entschiedene Maßnahmen zur Eindämmung des Virus, auch weil die Ferien zum chinesischen Neujahrsfest vom 11. bis 17. Februar bevorstehen. Aus diesem Anlass begeben sich üblicherweise Abermillionen von Chinesen auf Reisen zu ihren Familien.

+++ Dreijähriges Corona-Hilfsprojekt für Kinder in Afrika gestartet +++

Johannesburg. Im Rahmen der Corona-Hilfe für Afrika startet ein Zusammenschluss der sechs weltweit größten Kinderhilfsorganisationen ein dreijähriges Projekt für den Schutz von Mädchen und Jungen vor Gewalt. Es erhält nach Angaben der Organisationen zehn Millionen Euro von der Europäischen Union, um Kinder in fünf afrikanischen Ländern vor Gewalt und Ausbeutung zu schützen.

In Äthiopien, Kenia, Mali, Senegal und Uganda sollen in den kommenden drei Jahren rund 718 000 Kinder in Flüchtlingslagern, städtischen Elendsvierteln, Konfliktregionen und Grenzgebieten davon profitieren. Das Projekt »Joining Forces for Africa - Schutz von Kindern vor Gewalt während der COVID-19-Krise und darüber hinaus« (JOFA) steht unter der Leitung von Plan International Deutschland.

»Unter den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden die Kinder am stärksten, sie sind die verborgenen Opfer dieser Krise« sagte Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Plan International Deutschland. Durch die Ausgangsbeschränkungen seien Mädchen und Jungen einem hohen Risiko von häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt.

Neben Plan International und World Vision sind auch ChildFund International, Save the Children, Terre des Hommes und SOS-Children's Villages International an dem Projekt beteiligt.

+++ 15 974 Corona-Neuinfektionen und 1148 neue Todesfälle gemeldet +++

Berlin. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15 974 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1148 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Mittwochmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 19 600 Neuinfektionen und 1060 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

»Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche sinken die Fallzahlen in den meisten Bundesländern (jedoch nicht allen) nun leicht«, schrieb das RKI in seinem Lagebericht vom Dienstagabend. Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Mittwochmorgen bei 123,5. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 237,7 und Brandenburg mit 208,8. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,5.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2 068 002 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 20.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 48 770. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 741 800 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,89). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Agenturen/nd

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