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+++ Gesamte Schicht bei Airbus in Hamburg in Corona-Quarantäne +++

Der Newsblog zur Coronakrise, Sonntag, 24. Januar 2021:+++ Lange Schlangen an deutsch-tschechischer Grenze wegen Testpflicht ++ Israel beginnt mit Corona-Impfung von Jugendlichen +++ RKI registriert 12 257 Corona-Neuinfektionen und 349 neue Todesfälle +++

  • Lesedauer: 5 Min.
Eine israelische Frau bekommt von einer medizinischen Fachkraft in einem Impfzentrum, das auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums eingerichtet wurde, eine Impfdosis mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.
Eine israelische Frau bekommt von einer medizinischen Fachkraft in einem Impfzentrum, das auf einem Parkplatz eines Einkaufszentrums eingerichtet wurde, eine Impfdosis mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer.

+++ Rund 500 Mitarbeiter von Airbus in Hamburg in Quarantäne - Gesamte Schicht laut Gesundheitsbehörde betroffen +++

Hamburg. Nach Corona-Infektionsfällen sind beim Flugzeugbauer Airbus in Hamburg rund 500 Mitarbeiter in Quarantäne geschickt worden. Dies betreffe nicht nur die unmittelbaren Kontaktpersonen der 21 positiv auf Corona getesteten Beschäftigten, sondern die gesamte Schicht, sagte ein Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde am Sonntag. Nach Bekanntwerden der Corona-Fälle befinden sie sich demnach seit Freitag in Quarantäne.

Unklar sei bislang, ob es sich um eine veränderte Corona-Variante handelt, sagte der Sprecher. Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung über den Ausbruch berichtet.

Hamburg ist mit mehr als 12.000 Beschäftigten der größte deutsche Airbus-Standort und nach Unternehmensangaben der zweitgrößte Standort weltweit. In Hamburg finden von der Entwicklung und Konstruktion, über Produktion und Endmontage, bis hin zur Auslieferung alle wesentlichen Schritte des Flugzeugbaus bei Airbus statt.

+++ Lange Schlangen an deutsch-tschechischer Grenze wegen Testtpflicht +++

Schirnding/Cheb. Nach der Verschärfung der Testpflicht für tschechische Berufspendler, die in Deutschland arbeiten, haben sich vor den Teststationen teils lange Schlangen gebildet. Die deutsche Polizei berichtete am Nachmittag von etwa 500 Menschen auf deutscher Seite, die wegen eines Corona-Tests im Bereich des Übergangs Schirnding (Landkreis Wunsiedel) unterwegs waren. Der stellvertretende Bürgermeister der tschechischen Nachbargemeinde Cheb (Eger), Jiri Cerny, sagte der Deutschen-Presse-Agentur, bei Temperaturen unter null Grad betrage die Wartezeit zwei bis drei Stunden.

Auch aus hygienischen Gründen sei die lange Warteschlange ungünstig, sagte Cerny. Die Menschen stünden «ziemlich dicht beieinander». «Gestern waren es sehr viele und heute sind es noch mehr.» Die Bundesregierung hat Tschechien wegen der vielen Corona-Fälle zum Hochrisikogebiet erklärt. Pendler müssen bei der Einreise nach Bayern einen Corona-Test (PCR-Test oder Labor- oder Schnelltests vergleichbarer Qualität) vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Cerny, der selbst im Rettungsdienst arbeitet, berichtete über die Lage in Cheb: «Das Krankenhaus ist überfüllt und es kommen neue Patienten hinzu. Es ist sehr schlecht.» Zur Frage, ob die grenzüberschreitenden Pendler ein besonderes Risiko darstellten, sagte er: «Es ist heute wenig sinnvoll zu fragen, ob derjenige oder derjenige das Virus eingeschleppt hat. »Wir müssen die Probleme lösen, die anstehen.«

+++ Britische Regierung doch nicht sicher bei tödlicher Virus-Variante +++

London. Nach überraschenden Aussagen des britischen Premierministers über eine mögliche höhere Sterblichkeit mit einer Coronavirus-Variante rudert die Regierung nun etwas zurück. Es sei »nicht wirklich sicher, wie tödlich« die Mutation B.1.1.7 ist, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Sonntag dem Sender Sky News. Studien hätten unterschiedliche Daten ergeben. Das Risiko bestehe aber, dass mehr Menschen wegen der zuerst in Südostengland entdeckten Variante sterben. Erwiesen sei, dass diese sich schneller übertrage.

Johnson hatte am Freitag gesagt, es gebe »einige Hinweise« dafür, dass die neue Variante mit einer höheren Sterblichkeit verbunden sei. Dies betreffe Männer in ihren Sechzigern. Wissenschaftler hatten sich über Johnsons Aussagen verwundert gezeigt. Es lägen noch nicht ausreichend Daten vor.

Der stellvertretende medizinische Chefberater der Regierung für England, Jonathan Van-Tam, forderte auch geimpfte Menschen auf, sich weiter an die Corona-Regeln zu halten. Es sei noch nicht erwiesen, ob die Impfung auch die Übertragung des Virus verhindere. »Wenn Sie ihr Verhalten ändern, könnten Sie das Virus weitergeben, somit die Zahl der Fälle auf hohem Niveau halten und andere gefährden«, schrieb Van-Tam in der Zeitung »Sunday Telegraph«. Mittlerweile erhalten jeden Tag Hunderttausende Menschen eine Dosis, insgesamt sind es bereits mehr als 5,8 Millionen der insgesamt 66 Millionen Einwohner.

+++ Israel beginnt mit Corona-Impfung von Jugendlichen +++

Tel Aviv. Als eines der ersten Länder weltweit hat Israel mit der Impfung von Teenagern gegen das Coronavirus begonnen. Die ersten Jugendlichen im Alter von 16 bis 18 Jahren wurden am Samstag geimpft, wie israelische Medien am Sonntag berichteten. Erforderlich ist eine Genehmigung der Eltern. Damit soll Schülern, die vor dem Abitur stehen, wieder die Teilnahme an Präsenzunterricht in den Schulen ermöglicht werden.

Am Freitag und Samstag - dem Wochenende in Israel - wurden insgesamt 195 000 Menschen geimpft, teilte Gesundheitsminister Juli Edelstein am Sonntag auf Twitter mit. Von den etwa neun Millionen Einwohnern erhielten inzwischen 2,5 Millionen die erste Dosis und fast eine Million bereits die zweite Dosis. Ungeachtet eines mehrwöchigen Lockdowns seien die Infektionszahlen bislang aber nicht stark genug gesunken, so der Minister.

Israels Regierung berät deshalb am Sonntag über eine zweiwöchige Schließung des internationalen Flughafens Ben Gurion für die meisten Flüge. Ziel ist, die Einschleppung weiterer Virus-Varianten zu verhindern. Bis zu 40 Prozent der Neuerkrankungen gehen nach amtlichen Angaben auf eine Mutation zurück, die aus Großbritannien kommt. In jüngster Zeit gab es auch mehrere Fälle schwerer Erkrankungen von Schwangeren und Kindern.

+++ RKI registriert 12 257 Corona-Neuinfektionen und 349 neue Todesfälle +++

Berlin. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 12 257 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 349 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Sonntagmorgen bekanntgab. Vergangenen Sonntag hatte das RKI 13 882 Neuinfektionen und 445 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Sonntagmorgen bei 111,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2 134 936 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 24.01., 00.00 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 51 870. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 807 500 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,01 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 101 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Agenturen/nd

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