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Es fehlen nur Kleinigkeiten

Die deutschen Abfahrer überzeugen in Kitzbühel. Zur WM stößt Thomas Dreßen noch zum Team

  • Von Manuel Schwarz, Kitzbühel
  • Lesedauer: 3 Min.
Thomas Dreßen bei einer Trainingseinheit
Thomas Dreßen bei einer Trainingseinheit

Diesen Rückenwind nehmen die deutschen Skirennfahrer gerne mit in ihre Heimrennen. Mit Platz neun durch Andreas Sander und drei weiteren beachtlichen Vorstellungen im Super-G von Kitzbühel hat eine geschlossen solide Speed-Mannschaft die Vorfreude auf den Kandahar-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen in knapp zwei Wochen deutlich erhöht. Sander als Neunter, Romed Baumann als Elfter, dazu Josef Ferstl auf Rang 13 und Dominik Schwaiger auf Platz 17: Nach einem zuvor schon beachtlichen Abfahrtswochenende glückte den deutschen Alpinen am Montag auch der Nachschlag auf der schwierigen Streif. »Das gibt viel Selbstvertrauen«, sagte Sander.

Fast hätten es Sander und Baumann sogar geschafft, zum dritten Mal in vier Tagen nach den beiden Hahnenkamm-Abfahrten jeweils gemeinsam unter die besten Zehn zu rasen. Aber der Franzose Matthieu Bailet fuhr als letzter Starter des Super-G überraschend noch auf den achten Platz und verdrängte Baumann aus den Top Ten. Der Kampf um den Sieg war diesmal schon früh entschieden: Vincent Kriechmayr aus Österreich gewann vor dem Schweizer Marco Odermatt und seinem Landsmann Matthias Mayer. Sander und Baumann waren rund eineinhalb Sekunden langsamer als der Gewinner.

Der von Sonntag auf Montag verschobene Super-G war ein weiterer Beleg für die derzeit gute Form der Spezialisten für die schnellen Disziplinen im Deutschen Skiverband. Nach einem freien Wochenende sind sie in der Woche danach in Garmisch mit einer Abfahrt und einem Super-G dran, ehe es gleich im Anschluss zu den Weltmeisterschaften nach Cortina d’Ampezzo geht.

Dreßens testet Form erst bei der WM

»Es sind Kleinigkeiten, die nicht ganz gepasst haben«, sagte Sander zu seinem Kitzbühel-Abschluss. Er habe seine Ski nicht ganz perfekt auf die Pistenbedingungen eingestellt, außerdem waren einige Abschnitte nicht ideal. »Fehler macht man natürlich immer«, betonte der 31-Jährige. »Die Kunst ist es, mit Fehlern wenig Zeit zu verlieren.«

Mit den Plätzen acht, fünf und neun kann sich Sanders Super-G-Bilanz in diesem Winter sehen lassen. In der Form gehört er bei den Weltmeisterschaften in den Dolomiten im Februar zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter.

Und davor steht ja noch der Höhepunkt in Garmisch an, wo Thomas Dreßen in der vorigen Saison die Abfahrt gewann, aktuell aber verletzt ausfällt. Zur WM wird er nach seiner Hüftoperation Ende November auf jeden Fall fahren. Ob er dort auch startet, ist allerdings keinesfalls gesichert. »Wir nehmen ihn mit zur WM« bestätigte der deutsche Alpinchef Wolfgang Maier. »Vor Ort entscheiden wir dann, ob ein Start sinnvoll ist.« Am Donnerstag war Dreßen erstmals wieder Ski gefahren. Die WM startet am 8. Februar. »Er wird dort beim Training mitfahren, und dann sehen wir, was er daraus macht«, erklärte Maier.

Dass der Deutsche Skiverband die Chance nutzen wolle, sei »von Beginn an klar« gewesen, betonte Maier: »Wenn seine Belastungstests gut sind, und das sind sie im Moment, wäre es doch unklug, wenn ich meinen besten Abfahrer nicht mir zur WM nehme.« Dreßen selbst will nicht zu viel riskieren: »Ich muss nicht auf Teufel komm raus bei der WM dabei sein, da zählt das Langfristige mehr.« dpa/nd

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