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Deshalb wollen Leute hoch hinaus

Höhe und Höhepunkte üben auf Menschen eine magische Anziehungskraft aus. Mag das Wandern und Klettern noch so beschwerlich sein, man muss meistens auch noch irgendwo hoch! Ob auf den Feldberg oder den Mount Everest. Und gibt es keine natürlichen Höhen, werden extra welche angelegt und gebaut. Meist sind das Aussichtstürme, vorzugsweise an den Stellen, die ohnehin schon hoch im Gelände liegen. Wer dann ganz oben angekommen ist, guckt entzückt in die Ferne, fühlt sich für einen beglückenden Moment all dem Unteren enthoben, also irgendwie freier, oder? Das Gefühl verfliegt beim Abstieg schnell. Was der alten Weisheit recht gibt, das der Mensch wohl die höchsten Gipfel erreichen, dort aber nie allzu lange verweilen kann.

Doch die Gelegenheit zur Höhe verlockt immer wieder. Man denke nur an die Warteschlangen vor dem Berliner Fernsehturm! Eine Million Leute fahren da - normalerweise - jährlich hoch. Momentan ist eher dafür Zeit, das Erlebnis zu vertiefen oder sich ein solches für bessere Tage vorzunehmen. Man kann auch schon mal ausrechnen, welche Horizonterweiterung so ein Besuch bringt.

Der bis an seine äußerste Spitze 368 Meter hohe Turm hat zwar bei gut 200 Metern eine öffentliche Aussichtsanlage, doch der Blick von der Turmspitze dürfte für viele Besucher noch verlockender sein. Da darf man indes nicht hinauf. Es ist aber natürlich niemandem untersagt zu rätseln, über welche Fläche man wohl aus 368 Metern Höhe den Blick schweifen lassen könnte. Wie groß ist diese Fläche - klares Wetter vorausgesetzt, jedwede blickstörende Erhebung im Gelände vernachlässigt und die Erde als ideale Kugel mit einem Radius von 6370 Kilometern angenommen? Mike Mlynar

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