Werbung
  • Politik
  • Carl Philipp Trump und LSD

Der Klapsmüller

Carl Philipp Trump narrt mit seinem LSD-Shop die Behörden

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 2 Min.
Carl Philipp Trump und LSD: Der Klapsmüller

Die Provokation scheint Carl Philipp Trump zu mögen. »If nobody hates you, you’re doing something boring«, schrieb er vor einigen Tagen auf Instagram. Wenn dich niemand hasst, dann machst du etwas Langweiliges; das ist offenbar sein Leitspruch. Gerade erweckt der 32-Jährige Aufmerksamkeit, weil er mit einem LSD-Derivat ganz ungeniert handelt. Kleine, mit der Substanz 1CP-LSD beträufelte Papiere verkauft er in Plastiktütchen. Seine Ware bezieht er legal von einem Hersteller in den Niederlanden, der die chemische Struktur der illegalen psychedelischen Droge LSD verändert hat. Solange der Stoff nicht eindeutig analysiert ist und nicht ins Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz aufgenommen ist, darf er legal verkauft werden. Trump, der von sich behauptet, ein entfernter Verwandter des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump zu sein, nutzt also eine Gesetzeslücke aus.

Offenbar weiß er, was er tut und kennt die Droge, die in ihrer Wirkung dem herkömmlichen LSD sehr ähneln soll. Offiziell vertreibt er die Pappen für Forschungszwecke und betonte gegenüber dem Onlineportal »Business Insider«, dass es eine »sehr intensive Identitätserfahrung« mit dem Stoff geben könne. Nirgendwo findet sich auf seiner Website aber ein Warnhinweis, dass die Droge auch Psychosen und ernsthafte psychische Erkrankungen hervorrufen kann.

Dennoch gibt Trump vor, ein Gutmensch zu sein. Die Werte, für die er eintritt, seien Gerechtigkeit, Liebe und moralisches Handeln. Als Jugendlicher gründete er eine Website für pornografische Bilder aus der japanischen Comicwelt; später machte er ein Vermögen im Bitcoin-Handel und verlor es sodann wieder. Das Geld, das er nun mit seinem LSD-Derivate-Versand einnimmt, will er für Klagen gegen die katholische Kirche verwenden, die er als das Böse schlechthin ausgemacht hat. Trump selbst besuchte das katholische Canisius Kolleg in Berlin, an dem es etliche sexuelle Missbrauchsfälle gab.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser:innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede:n Interessierte:n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor:in, Redakteur:in, Techniker:in oder Verlagsmitarbeiter:in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung