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Leugnen und kleinreden

Jana Frielinghaus über Klagen aus einer Polizeihochschule

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 1 Min.
Polizeigewalt: Leugnen und kleinreden

Mutmaßlich 12 000 Fälle rechtswidriger Gewaltanwendung durch Polizisten gibt es in Deutschland jedes Jahr. Das ist ein Zwischenergebnis einer Studie der Uni Bochum. Die Schätzung beruht auf zahlreichen Interviews mit Opfern illegaler Misshandlungen durch Beamte und der Tatsache, dass die Opfer mehrheitlich keine Anzeigen gestellt haben. Denn sie wissen: Polizisten müssen kaum Konsequenzen fürchten, das belegt die Statistik zu eröffneten Verfahren und Verurteilungen nach Anzeigen gegen Beamte auf bedrückende Weise.

Das Verdienstvolle an Studien wie der Bochumer: Daraus lassen sich Maßnahmen ableiten, wie die Position der Bürger und damit das schwindende Vertrauen in den Staat und seine Institutionen gestärkt werden kann. Das finden Kräfte aus der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz aber offenbar nicht. Sie schalten die Methodik des Bochumer Teams in Pressemitteilung und Mailkampagne als unwissenschaftlich und übten sich in reflexhafter Leugnung struktureller Probleme.

Angesichts dessen ist die Solidarisierung zahlreicher Polizeiforscher mit den Bochumern ein ermutigendes Signal. Und dass sich der Direktor der Polizeihochschule nun von Diskreditierungsversuchen distanzierte, ist eine positive Überraschung.

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