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Molly unterwegs

Wer nicht gerade im Mittelgebirge zu Hause ist, sondern wie ich in Berlin, erlebt das Vergnügen von Schnee im Winter nur noch selten. Und schon wenige Tage später ist die weiße Pracht meist wieder verschwunden. So war es in meinem achtjährigen Leben erst das zweite Mal, dass ich im Schnee toben konnte. Für die erste Begegnung musste ich weit fahren - bis nach Österreich.

In diesem Jahr gab es jede Menge Schnee tatsächlich direkt vor der Haustür. Was meine Menschen veranlasste, sofort wieder etwas Verrücktes zu unternehmen. Ich bekam mein Zuggeschirr an, was normalerweise bedeutet, dass man zusammen laufen geht. Doch weit gefehlt: Diesmal hängten meine Menschen ein Holzgefährt an die Zugleine! Was ich nicht ahnte: dass es sich dabei um eine sich bewegende Bank handelt. Und so ging es dann hinter Gropiusstadt auf die ehemalige Müllhalde von Großziethen, heute als »Sky-Point« bekannt.

Dann blieben wir plötzlich stehen. Die mitgebrachte Bank wurde in die andere Richtung gedreht. Mit auf die Bank setzen - das kenne ich, Schnee hin oder her. Also flugs draufgesprungen, angekuschelt. Doch dann blieb mir glatt die Spucke weg, denn die Bank rutschte immer schneller den Berg hinab. Endlich hielt sie an. Ich dachte, dass meine Menschen sich nun mit mir auf der endlich fest stehenden Bank ausruhen würden, doch weit gefehlt ... Kurzerhand wurde ich runterkomplementiert, und schon ging das Ganze wieder von vorne los: Berg rauf, hinsetzen, hoffen, dass man bleibt, wo man ist, und die Augen nach Wild oder wahlweise Essensresten offenhalten. Die Bank samt meiner Menschen und mir selbst fuhr wieder und wieder den Berg hinab! Was sie sich dabei nur gedacht haben?

Aufgeschrieben von Ulrike Kumpe

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