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Wider die Euphemismen

Daniel Lücking über Krieg und Frieden in der Linkspartei

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 2 Min.

Geht es nach dem sicherheitspolitischen Sprecher der Linksfraktion, Matthias Höhn, soll die Linke von ihrer pauschalen Ablehnung der Auslandseinsätze der Bundeswehr wegkommen. Darüber wird in der Partei seit einigen Wochen heftig diskutiert. Auch auf dem Bundesparteitag forderten einige, die Linke müsse wenigstens den sogenannten Friedensmissionen unter UN-Mandat zustimmen.

Beschönigungen sind Teil der Kriegssprache. Auslandseinsätze sind nur rein formal keine Kriege, weil sich die beteiligten Staaten einig sind, sie anders zu nennen. Da wurde von der »Internationalen Sicherheits Assistenz Truppe« (ISAF) in Afghanistan gesprochen, obwohl die beteiligten Staaten keineswegs nur assistieren, sondern den Ton angeben. Und Sicherheit? Das Land ist bekanntlich bis heute das gefährlichste der Welt.

Noch dazu beteiligten sich die Länder parallel an einer Mission, die militärisch unter der Marke »dauerhafter Freiheit« daher kam, aber nichts anderes war als ein Angriffskrieg. Dem Begriff »Friedenseinsatz« ergeht es ähnlich. So kann auch beim längsten UN-Friedenseinsatz weiterhin nur temporär von Frieden gesprochen werden, da der Krieg immer wieder aufflammt. Die Bezeichnung ist mithin ebenso euphemistisch wie anmaßend: Der Westen hat die Lösung für euch. Das passt nicht zur Linken.

Lesen Sie dazu auch: Bricht das weiche Wasser den Stein? Özlem Alev Demirel und Matthias Höhn im Streitgespräch über linke Sicherheitspolitik

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