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Doppelspitze führt vorerst Thüringer Linke

Bisherige Stellvertreter übernehmen Parteiführung von der neuen Bundesvorsitzenden Hennig-Wellsow

  • Lesedauer: 2 Min.
Heike Werner führt gemeinsam mit Steffen Dittes vorerst die Thüringer Linke
Heike Werner führt gemeinsam mit Steffen Dittes vorerst die Thüringer Linke

Erfurt. Nach der Wahl der bisherigen Landesvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow zur Ko-Chefin der Bundespartei wird die Linke in Thüringen vorerst von einer Doppelspitze geführt. Hennig-Wellsow legte am Montag den Landesvorsitz und ihr Mandat im Landesvorstand nieder, wie die Partei in Erfurt mitteilte.

Bis zur Neuwahl des Landesvorstandes im November werden demnach ihre bisherigen Stellvertreter Heike Werner und Steffen Dittes die Thüringer Linke politisch nach außen und innen vertreten. Damit sei »Stabilität und Kontinuität innerhalb des Landesverbandes, aber auch gegenüber den politischen Partnern in der Koalition gesichert«, erklärte Dittes. Die Doppelspitze führt die Partei somit auch in den Wahlkampf. Die Landtagswahl in Thüringen findet am 26. September zusammen mit der Bundestagswahl statt.

Die rot-rot-grüne Landesregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) regiert derzeit ohne eigene Mehrheit. Sie handelte im vergangenen Frühjahr mit der CDU einen sogenannten Stabilitätspakt aus, der bis zu einer Neuwahl die Umsetzung wichtiger Projekte sichern soll. Die Mehrheiten dafür werden unter den vier Parteien ausgehandelt. AfD und FDP im Landtag sollen damit außen vor bleiben.

Diese Vereinbarung war Konsequenz aus der überraschenden Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Regierungschef in Thüringen vor einem Jahr. Kemmerich war damals mit den Stimmen von CDU und AfD ins Amt gewählt worden, was eine Welle der Empörung auslöste und Thüringen in eine Regierungskrise stürzte. Kurz darauf beugte er sich dem Druck und trat zurück.

Hennig-Wellsow und Janine Wissler waren am Samstag auf einem digitalen Parteitag zu den neuen Bundesvorsitzenden der Linken gewählt worden. Sie lösen die beiden bisherigen Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger ab, die nach fast neun Jahren im Amt nicht erneut antraten. AFP/nd

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