Mitschuld von Staat und Medien

Jana Frielinghaus über die hohe Zahl von Angriffen auf Geflüchtete

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: 1 Min.
Kai Wegner, CDU-Landeschef (r), und Falko Liecke (CDU, Neuköllns Gesundheitsstadtrat, stehen vor einem gemieteten Lamborghini mit aufgeklebten Einschusslöchern. Darauf prangt der Spruch «Kriminelle Clans gehören auf Netflix, nicht auf Berlins Strassen.»
Kai Wegner, CDU-Landeschef (r), und Falko Liecke (CDU, Neuköllns Gesundheitsstadtrat, stehen vor einem gemieteten Lamborghini mit aufgeklebten Einschusslöchern. Darauf prangt der Spruch «Kriminelle Clans gehören auf Netflix, nicht auf Berlins Strassen.»

Es hört nicht auf: Geflüchtete und Menschen, die nicht hellhäutig sind, müssen in Deutschland Angst um Leben und Gesundheit haben. Zwar ging die Zahl der Angriffe auf Sammelunterkünfte zurück. Doch das hat wesentlich damit zu tun, dass - dem Deal mit dem türkischen Regime und den abschreckenden Zuständen in griechischen Lagern sei Dank - immer weniger Geflüchtete hierher kommen.

Außerdem befeuern Politiker und Journalisten permanent den Hass rechter Täter auf vermeintlich zu Unrecht in Deutschland lebende und den Sozialstaat schröpfende »Eindringlinge«. Da wird etwa skandalisiert, dass ein Großteil der abgelehnten Asylbewerber nicht abgeschoben werden kann. Und wer erinnert sich nicht an von Unionspolitikern geprägte Unworte wie »Asyltourismus« und »Anti-Abschiebeindustrie«. Erst am Montag erzählte Nordrhein-Westfalens CDU-Innenminister Herbert Reul einem großen Magazin, es liege in der »DNA der Clans«, dass sie »das Geld riechen«. Das ist übelster Rassismus, der nah dran ist an den Klischees, die die Nazis über Juden verbreiteten. Doch die sauberen Herren vom Schlage eines Reul oder Seehofer zeigen nach rassistischen Gewalttaten stets auf angeblich außerhalb der ehrenwerten Gesellschaft stehende »Extremisten«.

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