Die Rückkehrerin

Daniela Behrens wird Sozialministerin in Niedersachsen

Daniela Behrens.
Daniela Behrens.

Staatssekretärin war Daniela Behrens gewesen, als sie Hannover verließ; nun kehrt sie zurück, um nach einem beruflichen Zwischenaufenthalt in Berlin Niedersachsens neue Sozialministerin zu werden. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) holt seine Genossin in die Landeshauptstadt, nachdem die bisherige Ressortchefin Carola Reimann überraschend ihren Rücktritt erklärt hatte. Gesundheitliche Gründe sind es, welche die Sozialdemokratin zu dem Schritt veranlassten.

Für ihre Nachfolgerin ist die politische Entscheidungsebene in Hannover kein unbekanntes Terrain. Daniela Behrens, von 2007 bis 2013 Landtagsabgeordnete, war damals, als Rot-Grün die Regierung übernahm, vom Parlament ins Wirtschaftsministerium gewechselt, wurde Staatssekretärin. In dieser Position geriet sie 2017 ins Schussfeld der schwarz-gelben Opposition, die der SPD-Frau vorwarf, in eine »Vergabeaffäre« verstrickt zu sein.

Es hieß, Behrens habe die strengen Vergaberichtlinien des Landes nicht beachtet, indem sie ein Unternehmen mit der Gestaltung einer Niedersachsenseite im Internet beauftragte, obwohl diese Firma das teuerste Angebot unterbreitet hatte. Zudem habe sie vor der Auftragserteilung unzulässige Vorgespräche mit dem Anbieter geführt und verbotene Absprachen getroffen.

Auch die Staatsanwaltschaft beschäftigte sich mit der Sache, entdeckte aber kein strafbares Handeln. Daniela Behrens sah dennoch keine Zukunft mehr an der Landesspitze, bat den damaligen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD), der nun das Umweltressort leitet, um Entlassung. Neue berufliche Heimat fand die aus Bremerhaven stammende Politologin, die auch eine journalistische Ausbildung genoss, in Berlin: Im Bundesfamilienministerium leitete sie seit 2019 die Gleichstellungsabteilung. Die 52-Jährige ist verheiratet, hat ihr Zuhause im Beverstedt, einer Gemeinde im Nordsee-Landkreis Cuxhaven. Am Freitag soll sie im Landtag als Ministerin vereidigt werden.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung