Mordanklage nach tödlichem Angriff auf Touristen in Dresden

Mutmaßlicher Islamist Abdullah A. H. H. hatte im Oktober 2020 im Dresdner Stadtzentrum unvermittelt auf zwei Männer eingestochen

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Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld, spricht bei einer Gedenkveranstaltung für das Krefelder Todesopfer des Messerangriffs von Dresden.
Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld, spricht bei einer Gedenkveranstaltung für das Krefelder Todesopfer des Messerangriffs von Dresden.

Dresden/Karlsruhe. Fünf Monate nach dem Angriff auf zwei Touristen in Dresden hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen einen mutmaßlichen Islamisten wegen Mordes erhoben. Vor dem Oberlandesgericht Dresden soll sich demnach ein 20-jähriger Syrer verantworten. Der Beschuldigte soll am 4. Oktober 2020 in Dresden zwei Touristen aus Nordrhein-Westfalen mit einem Messer angegriffen haben, einer von ihnen verstarb an den Folgen. Wie die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte, muss sich der Mann auch wegen versuchten Mordes sowie gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Laut Anklageschrift hatte Abdullah A. H. H. auf die beiden Männer im Alter von 55 sowie 53 Jahren unvermittelt eingestochen. Er habe aus einer radikal-islamistischen Gesinnung heraus gehandelt, hieß es. Die beiden Tatopfer habe er ausgewählt, um sie als Repräsentanten einer vom ihm als »ungläubig« abgelehnten freiheitlichen und offenen Gesellschaftsordnung zu bestrafen. Die Männer waren ein Paar. Die Bundesanwaltschaft hatte das Ermittlungsverfahren am 21. Oktober an sich gezogen.

Einer der Männer erlitt tödliche Verletzungen und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Das zweite Tatopfer überlebte den Anschlag schwer verletzt. Der Angeschuldigte wurde den Angaben zufolge am 20. Oktober 2020 vorläufig festgenommen. Er befindet sich seit dem 21. Oktober in Untersuchungshaft.

Der mutmaßliche Täter war dem sächsischen Verfassungsschutz und dem Landeskriminalamt Sachsen als islamistischer Gefährder bekannt. Er war erst wenige Tage vor dem Angriff aus der Jugendhaftanstalt Regis-Breitingen entlassen worden. epd/nd

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