Plötzlich prüfen

Daniel Lücking über schärfere Sicherheitsüberprüfungen bei Soldaten

  • Von Daniel Lücking
  • Lesedauer: 1 Min.
Rechtsextremismus in der Bundeswehr: Plötzlich prüfen

Kein Platz für Extremisten – das nimmt die Bundeswehr für sich in Anspruch. Doch seit sich Munitionsklau-, Rechtsextremismus-, Reichsbürger- und Umsturzmeldungen zum geradezu wöchentlichen Normalrepertoire entwickelt haben, holt die Realität die Truppe ein.

Ein geändertes Gesetz soll nun dafür sorgen, dass die Bundeswehr genauer hinschaut, wem sie Pistolen, Gewehre, Granaten und Sprengstoff anvertraut. Zu den bislang drei Stufen der Sicherheitsüberprüfung soll eine vierte hinzukommen. Die Bundeswehr hat festgestellt, dass es durchaus gefährlich sein kann, die Loyalität ausgebildeter Killer zu verlieren. Die Elitetruppe KSK stellte dies engagiert unter Beweis und steht an der Grenze der Auflösung, sollten weitere Skandale publik werden.

Blickt man auf die Sicherheitsüberprüfungen, dann wird schnell klar: Auch hier ist das System durchlässig. Wie oft wird geprüft und was passiert in der Zwischenzeit? Schon jetzt gelingen viele Sicherheitsüberprüfungen nicht rechtzeitig. Trotzdem muss die Forderung sein: Wer Zugang zu Waffen und eine Ausbildung daran erhält, sollte regelmäßig überprüft werden. Dass Rechtsradikale auf allen Ebenen den Kontakt zur Truppe suchen, ist schließlich spätestens seit der Enttarnung des NSU klar. Eigentlich.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung