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Große Solidarität mit »nd«

Auf Twitter gibt es viel Unterstützung für die Zeitung

  • Von Katharina Schwirkus
  • Lesedauer: 4 Min.
Auf dem Twitteraccount @BleibtNd werden die Solidaritätsbekundungen gesammelt.
Auf dem Twitteraccount @BleibtNd werden die Solidaritätsbekundungen gesammelt.

Seit der Nachricht, dass die nd-GmbH zum Jahresende aufgelöst werden und ihre eine Genossenschaft folgen soll, erreichen uns viele Solidaritätsbekundungen. Neben Briefen und E-Mails von unseren Abonnent*innen äußern sich in den sozialen Medien besonders viele Menschen, die selbst fürs »nd« schreiben oder geschrieben haben. »Seit 6 Jahren schreibe ich immer wieder für @ndaktuell und kann mich immer darauf verlassen, dass die Texte durch die Redaktion nicht inhaltlich verfälscht werden. Das ist leider nicht selbstverständlich«, lobt beispielsweise der Politikwissenschaftler Ismail Küpeli auf Twitter - und ruft zur Unterstützung der Zeitung auf.

Unsere ehemalige Kollegin Katja Herzberg bedankt sich für die Ausbildung bei dieser Zeitung. Als Volontärin habe sie »viel gelernt und ausprobieren können. Und mich sehr gefreut, anschließend einige Jahre unabhängigen Journalismus machen und vertreten zu dürfen«, so die heutige Pressesprecherin von Amnesty International auf Twitter. Dort meldet sich auch die ehemalige Politikredakteurin Lotte Laloire und stellt fest: »Unabhängig von der politischen Einstellung: Wenn eine Tageszeitung kaputtgeht, ist das schlimm... für die Demokratie, für die Meinungsfreiheit, für die Vielfalt.« Und stellt anschließend die Frage: »Aber @dieLinke wird während #COVID19 (Hashtag für Corona) wohl nicht einfach 100 Leute in die Arbeitslosigkeit schicken, oder?«

Der freie Journalist Fikri Anıl Altıntaş hebt einen anderen Aspekt hervor und macht auf die Rolle des Onlinemediums »Supernova« aufmerksam. Das Medium spricht besonders junge Menschen an, gehört zur nd-GmbH und erscheint seit 2018. Altıntaş schreibt: »Ich durfte meine ersten Artikel bei @LeftstyleMag («Supernova») schreiben. Es braucht mehr linke Zeitungen, nicht weniger. Deshalb ndbleibt!« Und die freie nd- Autorin Nadire Y. Biskin betont: »Während andere Medien sich Diversität irgendwo hin schreiben und Uniform Journalisten Schule Sprech wollen, hat @ndaktuell mir immer einen Raum geboten, so schreiben zu können jenseits des Standards und worüber ich möchte, ob FFF (Fridays For Future) oder türkischsprachige Netflixserien!«

Die angekündigte Umstrukturierung und die Fragen zur Zukunft der Zeitung haben auch in der deutschen Medienlandschaft ein großes Echo ausgelöst. Neben Berichten in Zeitungen wie »Taz«, »Süddeutsche Zeitung« und »Junge Welt« widmet der Deutschlandfunk eine ganze Folge des Medienmagazins »@mediares« den aktuellen Geschehnissen bei der nd-GmbH. Zahlreiche kleinere Radiosender informieren ebenfalls und lassen Mitarbeiter*innen dieser Zeitung zu Wort kommen. Zum Teil sind die Berichte solidarisch oder Journalist*innen verweisen als Einzelpersonen auf die Wichtigkeit von »nd.DerTag«. So schreibt der Chefredakteur der YouTube-Sendung »Jung & Naiv«, Tilo Jung: »Das wäre für die plurale Medienlandschaft bitter: ›Neues Deutschland‹ steht vor dem Aus.« In seiner Sendung am Donnerstag befragte er die neue Bundesvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, zu der Nachricht, ihre Partei werde sich aus der nd-GmbH herausziehen. Hennig-Wellsow versprach, sich für den Erhalt der Zeitung einzusetzen. Zudem kritisierte sie, dass die beim »nd« gezahlten Löhne deutlich unter dem Niveau gängiger Tarifverträge anderer Medien lägen.

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Diese und viele andere Solidaritätsbekundungen machen den nd-Mitarbeiter*innen Hoffnung. Das mag etwas pathetisch klingen, doch an dieser Zeitung hängen für viele neben dem Arbeitsplatz auch politische Überzeugungen. In Redaktion und Verlag arbeiten viele junge Leute; andere sind seit Jahrzehnten in dem Unternehmen tätig. Für sie alle ist ein Ende der Zeitung schlicht nicht vorstellbar. Deshalb heißt der von der nd-Belegschaft eingeführte Twitter-Hashtag zu diesem Thema ndbleibt. ks/nd

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