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Wieder ein Stotterstart

Corona-Schnelltests werden nicht überall ab Montag verfügbar sein

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 2 Min.
Corona-Schnelltests: Wieder ein Stotterstart

Schuld soll wieder einmal Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sein, den Sozialdemokraten schon seit Wochen wegen des schleppenden Impfstarts einen »Ankündigungsminister« nennen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: »Mitte Februar hat Jens Spahn kostenlose Schnelltests für alle versprochen. Und er hat behauptet, er habe für Deutschland 500 Millionen Tests vertraglich gesichert. Das war ein großes Versprechen und hat sehr hohe Erwartungen geweckt, die er nicht einhalten konnte.« Ihr Land habe nun selbst Tests beschafft, erklärte Dreyer, die sich im Wahlkampf befindet. In Mainz wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt.

Bund und Länder haben die Gratis-Testungen auf ihrem letzten Treffen im Februar vereinbart. Spahn hatte betont, dass ausreichend Tests verfügbar seien, dafür gebe es Zusagen von Herstellern. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) sieht in dem nun auftretenden Engpass ein Versäumnis der Länder. Vereinbart worden sei zwar, dass der Bund die Tests bezahle, sagte er. Aber »es war nie verabredet, dass der Bund für die Länder Schnelltests bestellt. Das ist die Aufgabe der Länder selbst«.

Kostenlose Schnelltests sollen ab Montag in Apotheken, Testzentren und bei Hausärzten zur Verfügung stehen. In Berlin hat die Senatsverwaltung für Gesundheit alle Einwohner der Stadt aufgefordert, sich einmal sich einmal pro Woche mit einem Schnelltest testen zu lassen. Doch angesichts der Lieferschwierigkeiten sind auch die Hausärzte skeptisch, ob dies schon in der kommenden Woche möglich sein wird. »Wir wissen nicht einmal ansatzweise, wann diese Schnelltests in welchem Umfang von wem geordert und zu wem geliefert werden sollen«, erklärte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der »Bild am Sonntag«.

Daneben sind Selbsttests bereits am Samstag in die ersten Supermärkte gekommen. Diese Laientests, die einfach in der Anwendung sind, waren sofort vergriffen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) warf dem Bund auch dabei Versagen vor. Ihr Land mit rund 1,6 Millionen Einwohner hat nach ihren Angaben zwei Millionen dieser Selbsttests geordert. »Ich will an dieser Stelle nicht verhehlen, dass ich sehr verärgert bin darüber, dass der Bund es zulässt, dass zunächst Aldi und Co. Selbsttests verramschen können und wir die Selbsttests erst Mitte März geliefert bekommen«, sagte sie. Es könne nicht sein, dass der Markt über den Schutz für Kinder bestimme. Ein Selbsttest hat eine Trefferquote von rund 80 Prozent. Wird dabei eine Person positiv auf Corona getestet, muss ein herkömmlicher PCR-Test für eine sichere Diagnose sorgen. Mit Agenturen

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