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Der Kampf um Harmonie

Während die ganze Welt kapitalistisch scheint, bauen Indigene im Südwesten Kolumbiens eine Alternative abseits des Staates auf. Wie schaffen sie das?

  • Von Fabian Grieger
  • Lesedauer: 12 Min.
In El Pital in der südwestkolumbianischen Gemeinde Caldono wurde das 50-jährige Bestehen des Indigenen Rates im Cauca (CRIC) gefeiert. Mit Besetzungen haben sich Anwohner*innen Land angeeignet, das früher ihren Vorfahren gehörte.
In El Pital in der südwestkolumbianischen Gemeinde Caldono wurde das 50-jährige Bestehen des Indigenen Rates im Cauca (CRIC) gefeiert. Mit Besetzungen haben sich Anwohner*innen Land angeeignet, das früher ihren Vorfahren gehörte.

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein Musikfestival: Auf der Bühne des größten Zeltes steht ein Mann mit braun-beigefarbenem Poncho und einem Strohhut vor einem Mikrofon. Er ruft in die Menge: Wo ist das Volk der Yanacona? »Hier«, schreit es ihm aus dem Publikum entgegen. »Und wo ist das Volk der Nasa?« Jetzt wird es richtig laut: »Hier!«

Als danach Musiker mit grün-rotem Halstuch und Panflöte loslegen, klingt das ein bisschen nach andinem Schlager. Doch der Text hat es in sich: »Wir leisten weiter Widerstand gegen die Invasion und verteidigen unsere Rechte im Kampf gegen die Unterdrückung.« Es ist die Veranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum des Regionalen Indigenen Rates im Cauca (CRIC), in dem die indigenen Gemeinden der Region organisiert sind. Die Provinz Cauca liegt im südwestlichen Kolumbien. Zur Feier in der Ortschaft El Pital sind mehr als 20 000 Menschen gekommen, um die wohl stärkste indigene Autonomiebewegung Südamerikas zu feiern.

Der CRIC umfasst zehn indigene Völker, die seit 500 Jahren Widerstand gegen die Kolonialisierung leisten. Damals führte die indigene Kazikin, die als La Cacica Gaitana bekannt wurde, eine Revolte an, die ihrem Volk ein knappes Jahrhundert Freiheit verschaffte, bevor die Rache der Spanier es fast vollständig ausrottete. Die Nasa sehen sich heute als Erben der 600 Überlebenden.

Die jüngste Etappe des Widerstands begann mit der Gründung des CRIC 1971. Indigene aus verschiedenen Reservaten schlossen sich zusammen. Sie besetzten Land, das einst ihnen gehörte, und erkämpften so Hektar für Hektar zurück - stets unter großer Repression, die den Schmerz über ermordete Familienmitglieder in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.

Das eigene Land ist für die Nasa viel mehr als nur Anbaufläche. Das Leben beginnt mit der Verbindung zum Territorium, den Tieren, Pflanzen und Menschen, mit denen sie zusammenleben. Die Nasa nennen das: Harmonie. Den Weg dorthin weisen die Ältesten und Ahnen der Gemeinschaft, die Mayores genannt werden. Der westliche Kapitalismus hingegen mit seinem Raubbau an Natur und Mensch erzeugt Disharmonie in den Beziehungen; das erklärt Mayor Julio, wie er liebevoll genannt wird. Vor dem Interview pustet er Tabakrauch in die Luft und gen Erde, um in Verbindung mit den Wolken zu treten. Es wird klar, wie grundsätzlich anders die Nasa die Welt denken. Der 53-Jährige ist einer jener hochgeschätzten Älteren der Bewegung, die wesentliche Weichen des Autonomieprozesses mitgeprägt haben. 20 Jahre lang war er »Gouverneur«, gewählte Führungsperson seines Cabildos, des indigenen Gemeinderates. Über den Cabildos steht die Asamblea, die Vollversammlung, in der die wesentlichen Entscheidungen von allen Gemeindemitgliedern getroffen werden.

Da die Errichtung einer anderen Welt mit Bildung beginnt, half Mayor Julio dabei, die erste, seit 2018 staatlich anerkannte Indigene Universität Lateinamerikas aufzubauen. »Das staatliche Bildungssystem wurde uns aufgezwungen, und wir haben dadurch tausend Dinge verloren. Wir wurden genötigt, Spanisch zu lernen und unsere eigene Sprache, die uns viel besser entspricht, zu vergessen.«

Aber die Kritik geht tiefer: »Die westliche Bildung basiert auf vorgegebenen Lehrplänen, die von oben nach unten funktionieren.« Die Schulen des CRIC und die Universität wollen es jetzt anders machen. Es gibt keine Lehrenden, sondern alle Beteiligten sind Dinamizadores, was im Deutschen etwa Impulsgebende bedeutet. Die Universität hat keinen festen Standort, sondern wandert. »Wir bestärken junge Leute darin, auf ihrem Territorium zu bleiben, während andere Universitäten sie in die Stadt locken, um dort dem Kapitalismus zu dienen.«

Die Lernräume der Nasa haben ein Dach, aber keine Wände, um die Gedanken nicht einzuengen. Überhaupt findet das Lernen eher unterwegs statt, bei Begegnungen oder der Gemeinschaftsarbeit. Mathematik wird anhand des Webens von Stoffen gelernt.

»Erst lernen wir, wo wir herkommen, und dann, was es außerhalb noch gibt - die westliche Bildung. Aber das darf uns nicht von unserem Weg abbringen.« So umfasst die Universität zehn Studienrichtungen, zum Beispiel Buen Vivir (Gutes Leben). »Dabei steht die Frage im Zentrum: Wie erträumen wir uns unser Leben? Wie können wir in Kontakt mit der Erde, dem Wasser und der Sonne leben?«, erklärt Julio.

Eigenes Rechtssystem und autonome Ökonomie

Der CRIC hat darauf in den vergangenen Jahren einige Antworten gefunden. So wurde eine eigene Krankenkasse gegründet, die staatlich so subventioniert ist, dass sie allen Indigenen kostenlose schulmedizinische Versorgung ebenso wie traditionelle Behandlungsmethoden ermöglicht. Hierfür und ebenso für die Anerkennung des eigenen indigenen Rechtssystems legt die kolumbianische Verfassung von 1991 den Grundstein. Gemeindemitglieder, die gegen die Regeln verstoßen, werden nicht vor einen Richter geführt oder ins Gefängnis gesteckt, sondern die gesamte Gemeinschaft berät, welche Maßnahmen eine Veränderung des Straffälligen ermöglichen können. So leisten sie Gemeinschaftsarbeit oder erhalten in Rehabilitationszentren spirituelle Unterstützung.

Auf dem gelben Schild am Haus ist zu lesen: »Entschuldigt die Störung, wir organisieren Fortschritt für die Region.«
Auf dem gelben Schild am Haus ist zu lesen: »Entschuldigt die Störung, wir organisieren Fortschritt für die Region.«

Der CRIC versucht auch auf eigenen wirtschaftlichen Beinen zu stehen, doch bis dahin ist es noch weit. Nach Jahrhunderten der Vertreibung haben die indigenen Gemeinden nicht mehr genug fruchtbares Land, um sich selbst mit ausreichend Lebensmitteln zu versorgen. Zudem schützt der CRIC Wälder und Wasserläufe, 60 Prozent des Territoriums sind Naturschutzgebiet. »Wirtschaftlich betrachtet ist das eine Herausforderung«, erklärt Aparicio Rios, Spezialist für indigene Ökonomie. Seine Idee: »Wir müssen gemeinsam mit anderen sozialen Bewegungen eine eigene Ökonomie aufbauen.« So organisierte er mit der Zentralen Kooperative des CRIC den Import von 35 Tonnen Salz von den indigenen Wayuu im Nordosten. Laut Rios bräuchte es mehr solcher Projekte: »In dieser Welt ist die Wirtschaft der entscheidende Machtfaktor, damit wir dem kolumbianischen Staat auf Augenhöhe begegnen.«

Wie es in Zukunft funktionieren könnte, zeigen die Stände unterhalb des Bühnenzeltes. Hier bewerben Kooperativen ihr Kokabier, Wein aus der Andenblaubeere und Öl aus der Inka-Erdnuss Sacha Inchi.

Währenddessen schallt es aus dem Lautsprecher der Hauptbühne über das Festgelände: »Compañeros, kauft lieber unsere eigenen Getränke statt Coca-Cola!« Es folgen weitere Hinweise für das Gemeinschaftsleben: »Compañeros, gestern haben Leute mit Schuhen auf den Stühlen getanzt und jetzt sind die voll Schlamm.« Oder: »Der Chirrinchi (Schnaps) ist lecker, aber wer nachts zu viel trinkt, verpasst morgens die politischen Diskussionen.«

Kollektiv gegen patriarchale Gewalt

Aber nicht alles ist harmonisch innerhalb der Gemeinschaft. Darüber spricht Luciana Velazco, Regionalkoordinatorin des CRIC-Frauenprogramms: »Wir machen seit 26 Jahren Arbeit gegen patriarchale Gewalt, aber wir sind kaum sichtbar innerhalb der Organisation«, kritisiert sie.

»Die Mehrheit unserer Frauen leidet unter psychischer und physischer Gewalt. Das wissen wir schon sehr lange. Aber wenn Frauen Vorfälle melden, wird ihnen von den Autoritäten kaum zugehört.« In Lucianas Stimme liegt Traurigkeit, aber auch die Entschlossenheit, diesen Kampf zu führen und andere Frauen zu ermächtigen. »Oft erzeugt es Scham, wenn andere wissen, dass ich misshandelt werde. Aber bei unseren Treffen schaffen wir einen vertrauensvollen Raum, in dem die Frauen von ihren Erfahrungen berichten«, erklärt Luciana. Mit ihren Mitstreiterinnen organisiert sie Bildungsangebote über patriarchale Gewalt und zur Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit. Sie erklärt, dass drei Regionalkoordinatorinnen zu wenig sind, um mit allen Autoritäten - die meisten sind Männer - ins Gespräch zu kommen. Zum Beispiel über eine Weiterentwicklung des autonomen Justizsystems, da viele Autoritäten der Meinung seien, dass häusliche Gewalt ein Problem ist, das im Privaten gelöst werden müsse. »Die Körper der Frauen sind heilig, und wenn wir Frauen sie nicht beschützen, wird es niemand anderes tun«, resümiert Luciana.

Für die Sicherheit in der Gemeinschaft ist die Guardia Indígena zuständig, eine eigene Institution der indigenen Gemeinden, die die Polizei ersetzt: unbewaffnet und gewaltfrei. Viele Guardias sind Kinder und Jugendliche. Jede Familie stellt ein Mitglied, sodass der CRIC 20 000 Guardias zählt. Sie sind Delegierte zum Selbstschutz der indigenen Gemeinden und zur Sicherung der Einhaltung der Gemeinschaftsregeln.

Bei der Jubiläumsveranstaltung schickt die Guardia nachts die Partygäste ins Bett, damit der Lärm die Ruhebedürftigen nicht stört. Und morgens um sechs Uhr weckt sie mit Musik und lauten Rufen. Die Guardia steht als Erstes auf und geht zuletzt ins Bett - sie ist ein Vorbild an Disziplin und Einsatz für die Gemeinschaft. Sie ist auch für die Verteidigung nach außen zuständig: Im Cauca streiten sich das staatliche Militär, Paramilitärs und Dissidenten der FARC-Guerrilla um die Kontrolle der wichtigen Region für den Drogenhandel.

Das Geld aus der Schattenökonomie ist der Treibstoff des Konflikts in Kolumbien. Legale und illegale Militärs rekrutieren auf aggressive Weise jugendliche Kämpfer*innen - teilweise mit Zwang, teilweise mit Geld. Der Hunger und mangelnde Perspektiven treiben die Menschen in die Hände der Todeskommandos.

Die unbewaffnete Guardia Indígena ist der radikalste Versuch, der Gewalt entgegenzutreten. Mit einem Holzstab gegen eine AK-47. Die Menschen im CRIC sterben für ihre Überzeugung zur Gewaltfreiheit: 107 ihrer Anführer*innen wurden allein 2020 ermordet.

Stück für Stück droht die mit dem Drogenanbau verbundene Gewalt das autonome indigene Projekt von innen auszuhöhlen. Besonders schmerzhaft ist, dass manche Anführer der bewaffneten Gruppen selbst Nasa sind, die in den Gemeinden aufwuchsen. Nachts erleuchten an den Hängen in den Reservaten Hunderte Laternen die Cannabisplantagen.

Fredy Campo hat die Nase voll und ruft mit seiner Gemeinde zur Selbstverteidigung und zu einer klaren Haltung gegen den Drogenhandel auf. In seinem Territorium Sa’th Tama Kiwe wurden sämtliche Marihuanapflanzen zerstört, womit die Gemeinschaft den Zorn der Bewaffneten auf sich gezogen hat. Gemeindemitglieder werden bedroht, verfolgt und ermordet, aber sie wehren sich. So verfolgte die gesamte Gemeinde - knapp 1000 Menschen - eine Gruppe von acht bewaffneten FARC-Dissidenten, die sich schließlich ergaben. Die Gemeinde schmolz deren Waffen ein und schickte die Indigenen unter ihnen zur Reintegration in ihr Rehabilitationszentrum. Die anderen Festgenommenen übergaben sie an staatliche Gefängnisse.

So sehr sich die Menschen in Sa’th Tama Kiwe wehrten, so alleingelassen fühlten sie sich von der CRIC-Führung. »In anderen Reservaten wurden Kommunarden umgebracht, und es gab keine Reaktion. Wie kann es sein, dass Anführende, die bedroht werden, fliehen und ihre Gemeinde verlassen? Stattdessen müssen wir uns alle gemeinsam wehren«, fordert Campo. Ende März veröffentlichte die FARC-Dissidenz ein Schreiben, in dem sie ihm 42 Stunden geben, um sein Reservat zu verlassen, sonst würden sie ihn erschießen. Campo geht nicht. Er bleibt und kritisiert stattdessen, dass zu viele indigene Autoritäten den Drogenanbau in ihren Gemeinden tolierierten oder zu bequem geworden seien, um für ihr Territorium zu kämpfen.

Für Fredy Campo läuft der CRIC damit Gefahr, seine eigenen Werte zu verraten - in einer Zeit, in der die Einheit der Bewegung für die Verteidigung der Autonomie elementar ist. Mit den jüngsten Entdeckungen von Gold, Nickel und Coltan auf dem Gebiet der Nasa ist mit dem Bergbau eine weitere Gefahr hinzugekommen.

Landbesetzungen auf Zuckerrohrplantagen

Zum Einheitsgefühl soll auch die Jubiläumsveranstaltung des CRIC beitragen. Atemberaubend der Moment, als die Hymne der Guardia Indígena live gespielt wird. Tausende Menschen recken den Stab der Guardia Indígena in die Luft und singen aus voller Seele: »Wir verteidigen unsere Rechte, auch wenn es uns das Leben kostet« - und: »Für jeden toten Indio werden 1000 weitere geboren.« Die größtmögliche Liebeserklärung an die Bewegung. Gänsehaut.

Es ist zu spüren, wie sehr sich die Menschen mit dem CRIC identifizieren, selbst jene, die ihn kritisieren. Während im institutionalisierten CRIC viele auf Verhandlungen zur weiteren Landrückgewinnung setzen, hat sich eine neue Bewegung gegründet, die sich an den Anfängen des CRIC orientiert. Sie nenne sich Liberación de la Madre Tierra - Befreiung der Mutter Erde. Aktivist*innen besetzen Land, das einst den Nasa gehörte und heute von den Monokulturen der Zuckerrohrindustrie geprägt ist. Großgrundbesitzer scheffeln hier Gewinne mit dem Ethanolexport für Biosprit. Sie verschmutzen das Wasser und vertreiben Tiere, und deswegen erklärt Ana von der Liberación, die ihren richtigen Namen angesichts der Sicherheits- und Bedrohungslage nicht nennen möchte: »Wir befreien das Land für alle Lebewesen.«

Angefangen haben sie damit 2014 auf einer geschichtsträchtigen Finca in der Nähe von Caloto: La Empera Triste. Von hier starteten Paramilitärs im Dezember 1991, um im Auftrag von Großgrundbesitzern auf der benachbarten Finca El Nilo 21 Nasa zu massakrieren, die dort Land besetzt hatten.

Indigene Familien bewirtschaften heute die befreiten Gebiete, aber vielen fehlt noch ausreichend 
fruchtbares Land, um sich vollständig selbst zu versorgen.
Indigene Familien bewirtschaften heute die befreiten Gebiete, aber vielen fehlt noch ausreichend 
fruchtbares Land, um sich vollständig selbst zu versorgen.

Heute ist La Empera Triste selbst besetzt. Auf einem grün-roten Schild im Eingangsbereich steht: »Wir sind tausendjährige Krieger«, daneben reiten zwei Jungs in Richtung eines kleinen Holzhauses. Sie gehören zu einer der Familien, die nun hier leben. »Zuckerrohr roden, um Essen zu pflanzen« ist ihr Motto. In der härtesten Coronazeit haben die Landbefreier*innen mehrere Busladungen Lebensmittel in die marginalisierten Viertel der Millionenstadt Cali gebracht und verschenkt, erzählt Ana stolz. Damit taten sie aus eigener Kraft das, was der kolumbianische Staat nur versprach.

Auf den befreiten Feldern, auf denen vor fünf Jahren noch genverändertes Zuckerrohr stand, tummeln sich heute wieder Insekten, Eichhörnchen und Vögel. Als sie damals das Land übernahmen, erhielten die bedürftigsten Familien jeweils einige Hektar, mit denen sie sich selbst versorgen konnten. Der größte Teil der Finca ist nun kollektives Land, auf dem wechselnde Gruppen Yuca, Mais oder Bananen für die Gemeinschaft anbauen. Jeden Samstag steht das gesamte Dorf auf dem Feld und packt gemeinsam an. So ist auch ein kleiner Dorfplatz entstanden und in einem offenen Haus aus Bambus ein Versammlungsort.

In der Nähe eines kollektiven Yucafeldes ruht sich eine Familie in Hängematten von der Arbeit aus. Früher habe er Cannabis angebaut, erklärt der Familienvater. Das sei harte Arbeit gewesen, und pro Kilogramm Marihuana habe der Händler ihm umgerechnet zwei Euro bezahlt. Dann schloss er sich den Mutter-Erde-Befreier*innen an und pflanzt nun Lebensmittel. Bald möchte er mit seiner Familie hierher ziehen, trotz der andauernden Bedrohung durch den kolumbianischen Staat. Für alle befreiten Fincas gibt es Räumungstitel. Jederzeit könnte das Militär oder die polizeiliche Aufstandsbekämpfungseinheit ESMAD auftauchen und die Menschen vertreiben. Mehr als 600 Räumungen auf 13 befreiten Fincas im Norden des Caucas gab es bereits, doch die Landbefreier*innen kamen immer zurück. »Und wenn es 10, 20 oder 30 Jahre dauert - irgendwann ist es unser Land. Wir haben Zeit«, sagt Ana und fügt hinzu: »Wir haben in sechs Jahren 4500 Hektar Land zurückerobert. Es fehlen aber noch die weiteren 400 000 Hektar Zuckerrohr-Monokulturen, die es in der Region gibt.« Sie schmunzelt.

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