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Wasserbetriebe machen Stadt krisenfest

Stabile Preise, hohe Investitionen, gute Personalpolitik – ein kommunaler Betrieb zeigt, wie es geht

Ein Fotograf steht bei einem Pressetermin der Berliner Wasserbetriebe im neuen Stauraumkanal am Mauerpark.
Ein Fotograf steht bei einem Pressetermin der Berliner Wasserbetriebe im neuen Stauraumkanal am Mauerpark.

Die gute Nachricht zuerst: Die Wasserpreise in Berlin bleiben stabil – bis mindestens zum Jahr 2023. In Zeiten, in denen Mieten und Preise steigen, sei das nicht selbstverständlich, erklärte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz der landeseigenen Berliner Wasserbetriebe (BWB). Als Senatorin ist Pop für die kommunalen Betriebe zuständig, sie ist auch Vorsitzende des Aufsichtsrats des Unternehmens der öffentlichen Daseinsvorsorge, das das Land Berlin vor einigen Jahren nach einer Teilprivatisierung zurückgekauft hat. Wie gut sich auch unter kommunaler Ägide wirtschaften lässt, zeigt die Bilanz: Trotz Coronakrise lag der Umsatz 2020 erneut bei rund 1,2 Milliarden Euro. Mit 400 Millionen Euro investierte das Unternehmen so viel Geld in sein Leitungs- und Kanalsystem sowie in Zukunftsprojekte wie nie zuvor. Für das Land Berlin als Eigner blieb dennoch ein satter Gewinn übrig: In den Landeshaushalt flossen im vergangenen Jahr über 194,5 Millionen Euro – 81 Millionen Euro Gewinn mehr als 2018.

»2020 war trotz aller Herausforderungen ein gutes Jahr für die Berliner Wasserbetriebe«, betont der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Jörg Simon. Der Manager hört demnächst nach fast 22 Jahren voller »Leidenschaft«, wie er selbst sagt, auf. Er verlässt das Unternehmen. Auf seine Arbeit und die der rund 4.500 Beschäftigten in der Coronakrise ist Simon sichtlich stolz. »Berlin kann sich auf uns verlassen, die Trink- und Abwasserversorgung ist gesichert«, sagt er. Das Unternehmen wird dabei in der Pandemie von einem Krisenstab geführt, wie bei anderen Firmen arbeitet fast die Hälfte der Beschäftigten aus dem Homeoffice.

In dieser schwierigen Situation gelang es nicht nur, die Infrastruktur am Laufen zu halten, das Unternehmen setzte seine Ressourcen auch noch gewinnbringend für die Stadtgesellschaft ein: So wurden beispielsweise acht Auszubildende zusätzlich übernommen, die aufgrund von Krisenauswirkungen andernorts ihre Azubistelle verloren hatten. Darüber hinaus lieferte das Unternehmen unter anderem 12 000 Schutzmasken aus seinen Reserven an den Senat.

Immer stärker entwickeln sich die Berliner Wasserbetriebe auch über ihre ursprüngliches Wassergeschäft hinaus. Denn auch das Tochterunternehmen Berliner Stadtwerke entwickelt sich immer stärker zu einem wichtigen Akteur. Wirtschaftssenatorin Pop sagt: »Die Stadtwerke leisten Erhebliches für die Energiewende.« So wurden fast 15 Prozent der neuen Photovoltaikanlagen in der Stadt von der Wasserbetriebe-Tochter aufgestellt. Mit inzwischen über 21.000 Kundinnen und Kunden hat sich auch der Verkauf von erneuerbarem Strom weiterentwickelt. Durch einen Vertrag mit dem Land Berlin für die Stromversorgung der landeseigenen Liegenschaften ist auch der Umsatz auf 114 Millionen Euro im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Um die Stadt noch krisenfester zu machen, haben die Wasserbetriebe zuletzt ihr Zukunftskonzept für das Jahr 2030 überarbeitet. Was die Eindämmung der Corona-Pandemie betrifft, erprobt das Unternehmen gerade zusammen mit Partnern, wie Infektionsherde frühzeitig über das Abwasser lokalisiert werden könnten, um die Infektionsketten effektiver zu unterbrechen. Zudem wird weiter investiert, damit die Stadt etwa bei Starkregen besser gewappnet ist, durch zusätzliche Stauräume fürs Abwasser beispielsweise. Diese dienen dazu, das Schmutzwasser zu sammeln, so fließt es nicht ungeklärt in Spree und Havel. »Die Wasserbetriebe sind ein Umweltunternehmen, das der Nachhaltigkeit verpflichtet ist und den Klimawandel in allen Facetten auf den Tisch hat«, sagt der scheidende BWB-Chef.

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