Unermüdliche Kämpferin

Die Comedy-Autorin Jasmina Kuhnke erhält Hasskommentare und Drohungen - mittlerweile nicht mehr »nur« im Netz

  • Von Birthe Berghöfer
  • Lesedauer: 2 Min.

Sie solle die Fresse halten – das und etliche Beleidigungen, Hasskommentare und rassistische Beschimpfungen prasseln täglich auf Jasmina Kuhnke ein. Die Comedy-Autorin ist im Netz für ihren Aktivismus gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Hetze bekannt. Unter dem Namen »Quattromilf« twittert sie offen und manchmal auch provokant ihre Meinung. Und genau deswegen wird sie regelmäßig mit Hass konfrontiert, teils angefeuert von rechtskonservativen Journalist*innen. Aber auch der »Tagesspiegel« veröffentlichte im Januar einen Kommentar, in dem Kuhnke vorgeworfen wird, aus dem Kampf gegen Rassismus ein »Geschäftsmodell« zu machen.

Mittlerweile findet sich der Hass nicht mehr »nur« im Netz: Im Februar wurde ein Video veröffentlicht, in dem davon gesprochen wird, sie zu »massakrieren«. Außerdem wurde ihre Adresse genannt – und sofort von Rechtsextremen genutzt. Kuhnke und ihre Familie bekommen Pizzalieferungen, die sie nicht bestellt haben, sowie Postkarten mit Beleidigungen und Morddrohungen. Irgendwann ist klar: Sie müssen umziehen. Die Suche nach Hilfe durch die Polizei Köln bleibt erfolglos. Diese habe keine Bedrohungslage gesehen, heißt es in einem aktuellen Beitrag des Politmagazins »Monitor« vom WDR, der die Erlebnisse von Kuhnke schildert.

Dort stellt sie auch klar: Sie lässt sich nicht zum Schweigen bringen. Wie wichtig und mutig das ist, betonen viele ihrer über 80 000 Follower*innen auf Twitter mit Solidaritätsbekundungen. Unterstützt von der Amadeu-Antonio-Stiftung werden zudem Spenden für einen »Sheroe Fund« gesammelt. Kuhnke schreibt von »organisatorischen und finanziellen Grenzen«, an die die Familie durch doppelte Miete, Kaution sowie Kosten der Anwält*innen für die Strafverfolgung gestoßen ist. Sie meint auch: »Während konservative Medien, aber auch Rechte den antirassistischen Kampf als ›Geschäftsmodell‹ bezeichnen, sind es gerade Antirassist*innen wie ich, die nicht nur finanziell, sondern im schlimmsten Fall auch mit ihrem Leben für den Kampf gegen Rassismus zahlen!«

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