• Politik
  • Corona in Deutschland und weltweit

+++ Großer Impftag in Dänemark +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Montag, 12. April 2021: +++ Sportvereine haben eine Million Mitglieder verloren +++ Campact demonstriert vor Kanzleramt für härteren Lockdown +++ RKI meldet über 13.000 Corona-Neuinfektionen +++

  • Lesedauer: 5 Min.
Im Harz können in ausgewählten Orten mit einem niedrigen Inzidenzwert Restaurants und Cafes ihre Außengastronomie für einen Modellversuch öffnen.
Im Harz können in ausgewählten Orten mit einem niedrigen Inzidenzwert Restaurants und Cafes ihre Außengastronomie für einen Modellversuch öffnen.

Kopenhagen. In Dänemark sollen am Montag so viele Menschen an einem Tag gegen Covid-19 geimpft werden wie nie zuvor. Ziel ist es, landesweit im Laufe des Tages bis zu 100 000 Corona-Impfungen zu verabreichen. Das Ganze ist eine Generalprobe, ob die Impfzentren in den fünf dänischen Regionen mitsamt der nötigen Logistik und den IT-Systemen bereit sind, in kurzer Zeit im großen Maßstab impfen zu können. Dabei geht es um eine gute Vorbereitung für die Zeit, wenn bald mehr Corona-Impfstoff zur Verfügung steht. 68 Impfzentren im ganzen Land sind bei dem Stresstest dabei. 100.000 Impfungen mag für deutsche Ohren nicht nach dramatisch viel klingen, ist für ein Land mit nur knapp 5,8 Millionen Einwohnern aber eine ganze Menge. Schon Ende Februar hatte Deutschlands nördlichster Nachbar eine solche Generalprobe absolviert. Damals hatten mehr als 30 000 Menschen an einem Tag einen Stich erhalten.

Im EU-Vergleich zählt Dänemark zu den Ländern, die prozentual bislang den größten Bevölkerungsanteil gegen Covid-19 geimpft haben. Knapp 870 000 Däninnen und Dänen haben bislang ihre erste Impfung erhalten, rund 445 000 auch ihre zweite. Das entspricht einem Anteil an der Bevölkerung von 14,9 beziehungsweise 7,6 Prozent. Am großen Impftag werden nur die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna verabreicht: Dänemark hatte den Einsatz des Präparats von Astrazeneca wegen seltener Fälle von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen Mitte März ausgesetzt und anders als Deutschland und weitere Länder bislang auch nicht eingeschränkt wiederaufgenommen.

+++ Sportvereine haben eine Million Mitglieder verloren +++

Frankfurt/Main. Der Mitgliederschwund im organisierten Sport als Folge der Pandemie bereitet dem Deutschen Olympischen Sportbund massive Sorgen. »Nach aktuellem Stand werden wir wohl zum Jahresende 2020 rund eine Million Mitglieder verloren haben und in den ersten Monaten des Jahres könnte nochmals eine ähnliche Größenordnung an Rückgang entstanden sein«, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der Deutschen Presse-Agentur.

Was besonders schmerze: »Das geschieht vor allem im Kinder- und Jugendbereich und bei den sehr leistungsstarken und dienstleistungsorientierten (Gross-)Vereinen, die damit vielfach ihrerseits in echte Existenznöte kommen.« Angesichts der wegen der Corona-Lage drohenden Verlängerung von strengen Kontaktbeschränkungen bis Pfingsten oder noch länger befürchtet der DOSB noch unabsehbare Schäden. »Wer hätte das noch vor Wochen oder Monaten gedacht und wer kann heute solide prognostizieren welche Folgeschäden das für den Sport und die gesamte Gesellschaft mit sich bringen wird«, fragte Hörmann.

Seit Monaten bremst der Lockdown Sportler im Hobby- und Leistungsbereich. Seit Anfang November durfte nicht mehr gespielt, nicht einmal mehr trainiert werden. Anfang März hatten dann Bund und Länder Planungen für Öffnungsschritte vorgelegt, nach denen zunächst kontaktfreier Sport in Kleingruppen unter freiem Himmel wieder ermöglicht werden konnte. Wegen der seither wieder gestiegenen Infektionszahlen gibt es aber bestenfalls in wenigen Regionen mit sehr niedrigen Inzidenzen Öffnungschancen für den Sportbetrieb.

+++ Campact plant Protest für härteren Lockdown vor Kanzleramt +++

Berlin. Mit Pappsärgen vor dem Kanzleramt will die Bewegung Campact am Montag vor dem Kanzleramt für einen härteren Lockdown demonstrieren. »Mit Schildern, die als Platzhalter für die abwesenden Demonstrierenden stehen, fordern wir, Arbeitgebende in die Pflicht zu nehmen, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen«, teilte der Verein mit. Die Aktion war anlässlich der ursprünglich für Montag angesetzten Ministerpräsidentenkonferenz geplant, auf der erneut über die Maßnahmen in der Corona-Krise diskutiert werden sollte.

Das Bund-Länder-Treffen wurde inzwischen abgesagt. Die Regierung will stattdessen mit einem bundeseinheitlichen Gesetz die Corona-Maßnahmen nachschärfen. An der Protest-Aktion halte Campact aber weiterhin fest, sagte eine Sprecherin. Die Kundgebung werde mit Abstand und Masken durchgeführt.

+++ Zweite Phase der Corona-Lockerungen in England +++

London. In England tritt am Montag die zweite Phase der Corona-Lockerungen in Kraft, in der auch die Außenbereiche von Pubs und Restaurants wieder öffnen dürfen. Außerdem dürfen auch alle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure wieder aufmachen. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte vor einer Woche erklärt, die Lockerungen seien durch die sinkenden Infektionszahlen »vollauf gerechtfertigt«.

Großbritannien hat mit mehr als 127.000 Corona-Toten die höchste Opferzahl der Pandemie in Europa zu beklagen. Mit den Corona-Impfungen geht es im Vereinigten Königreich allerdings gut voran. Von den gut 66 Millionen Einwohnern haben bereits mehr als 32 Millionen eine erste Impfdosis erhalten, 7,47 Millionen Menschen haben bereits beide Impfspritzen bekommen. Im Rahmen eines Vier-Stufen-Plans sollen in England bis Ende Juni alle Corona-Restriktionen enden.

+++ RKI meldet über 13.000 Neuinfektionen +++

Berlin. In Deutschland sind mehr als drei Millionen Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, liegt die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Deutschland nun bei 3.011.513 Infektionen. Innerhalb eines Tages wurden demnach 13.245 neue Ansteckungen nachgewiesen. Das waren deutlich mehr als die 8497 vor einer Woche. In der Regel melden die Gesundheitsämter am Wochenende weniger Zahlen an das RKI.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter auf 136,4. Am Sonntag hatte der Inzidenzwert bundesweit bei 129,2 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelegen. Das RKI meldete am Montag außerdem 99 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Damit starben hierzulande seit Beginn der Pandemie 78.452 Infizierte. Agenturen/nd

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser*innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede*n Interessierte*n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor*in, Redakteur*in, Techniker*in oder Verlagsmitarbeiter*in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung