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+++ Impfrekord: Fast 740.000 Dosen an einem Tag verabreicht +++

Der Newsblog zur Coronakrise - Donnerstag, 15. April 2021: +++ RKI registriert 29.426 Corona-Neuinfektionen +++ Intensivmediziner: »So etwas hat es noch nicht gegeben.« +++ Griechenland will Quarantänepflicht für Touristen aufheben +++

  • Lesedauer: 4 Min.
Der Berliner Hausarzt Karl Schorn impft seine Patientin Nicole Brusselaers mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus.
Der Berliner Hausarzt Karl Schorn impft seine Patientin Nicole Brusselaers mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus.

Berlin. In Deutschland sind am Mittwoch so viele Corona-Impfdosen verabreicht worden wie an keinem Tag zuvor. Laut Robert Koch-Institut waren es rund 739.000 Impfungen nach 564.000 am Vortag. »Das ist ein neuer Tagesrekord«, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. Vor einer Woche waren es schon einmal 725.000 an einem Tag.

17,8 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. In Bremen und im Saarland sind es mehr als 20 Prozent - in Hessen, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern weniger als 17 Prozent. In der Altersgruppe 60+, die im Infektionsfall besonders von schweren Verläufen betroffen ist, liegen die Impfquoten je nach Land zwischen 33 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern und knapp 50 Prozent in Bremen.

Spahn hatte zuvor betont, dass die Impffortschritte derzeit nicht groß genug seien, um die dritte Corona-Welle zu brechen.

+++ RKI registriert 29.426 Corona-Neuinfektionen +++

Berlin. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 29.426 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen von Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

In seinem aktuellen Lagebericht von Mittwochabend schreibt das RKI: »Nach einem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen über die Osterfeiertage setzt sich der starke Anstieg der Fallzahlen fort.«

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 160,1. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,2 an, vor vier Wochen lag sie bei 90,4.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 1,11 (Vortag: 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 111 weitere Menschen anstecken.

+++ Intensivmediziner: »So etwas hat es noch nicht gegeben.« +++

Deutschlands Intensivmediziner haben angesichts steigender Corona-Infektionszahlen mit dramatischen Appellen eine schnelle Verabschiedung des verschärften Infektionsschutzgesetzes gefordert. Die Lage in den Kliniken sei dramatisch, sagte der Präsident der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Donnerstag auf NDR Info. Er sei seit mehr als 20 Jahren in der Intensivmedizin tätig - »so eine Situation habe ich aber noch nicht erlebt«, sagte Marx.

Auch der medizinisch-wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, mahnte eindringlich schnelle politische Beschlüsse an. »Wir können es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren«, sagte er dem »Tagesspiegel« vom Donnerstag. Auch Karagiannidis sagte, er habe eine Situation wie derzeit in den Krankenhäusern noch nie erlebt: »Wir sind den Tod gewohnt, aber so etwas hat es noch nicht gegeben.«

Karagiannidis zufolge treffen derzeit täglich 50 bis 100 Patienten zusätzlich auf Deutschlands Intensivstationen ein. Jeder zweite beatmete Patient versterbe. Angesichts dessen forderte er die Politik zum Handeln auf: »Denn auch nach einer Verschärfung der Maßnahmen werden wir noch mindestens zwei Wochen einen Anstieg von Covid-Patienten auf unseren Stationen verzeichnen.«

Auch der frühere Divi-Präsident Uwe Janssens richtete einen eindringlichen Appell an die Politik: »Wir haben fünf nach zwölf, ihr müsst jetzt handeln, es muss jetzt eine Strategie verfolgt werden, die bundesweit einheitlich gilt«, sagte er am Mittwochabend im Sender Phönix. »Bislang laufen wir den Dingen hinterher.«

+++ Griechenland will Quarantänepflicht für Touristen aufheben +++

Athen. Für Touristen aus EU-Ländern soll von diesem Montag an die einwöchige Quarantänepflicht bei der Einreise nach Griechenland wegfallen. Dem Vorhaben der Regierung müsse am Freitag noch der Corona-Expertenstab zustimmen, berichtete am Donnerstag die Tageszeitung »Kathimerini«. Voraussetzung sei, dass die Einreisenden entweder vollständig geimpft sind oder einen aktuellen, negativen PCR-Test vorweisen können. Auch wird ein Teil der Ankommenden weiterhin per Zufallsprinzip nochmal getestet.

Neben Besuchern aus der EU soll die Quarantänepflicht auch für Reisende aus Israel, den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Serbien, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wegfallen.

+++ Island lockert Corona-Beschränkungen +++

Reykjavik. Island lockert mit diesem Donnerstag die Corona-Bestimmungen. Die Menschen können nun wieder ins Fitnessstudio und in die von ihnen geliebten Schwimmbäder gehen. Allerdings dürfen nur halb so viele Besucher hineingelassen werden wie normal, die Studios und Bäder müssen zudem spätestens um 22.00 Uhr schließen. Dieselbe Schließzeit gilt nun auch für Kneipen, die ab Donnerstag ebenfalls wieder Kunden empfangen dürfen.

Trainingseinheiten und sportliche Wettkämpfe sind für Kinder und Erwachsene auch wieder erlaubt, allerdings ohne Zuschauer. Im Chor und bei andere künstlerischen Veranstaltungen dürfen jetzt bis zu 50 Teilnehmer auf der Bühne sowie 100 sitzende Menschen im Publikum dabei sein. Die Obergrenze für Teilnehmer an öffentliche Zusammenkünfte wird von zehn auf 20 angehoben.

Island mit seinen gerade einmal 360 000 Einwohnern hat seit langem die auf die Bevölkerung gerechnet niedrigsten Neuinfektionszahlen des gesamten Europäischen Wirtschaftsraums. Eine Reihe von Neuinfektionen hatte Ende März jedoch dazu geführt, dass die Regierung verschärfte Beschränkungen eingeführt hatte. Agenturen/nd

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