Wo kommt der ganze Staub her?

Dr. Schmidt erklärt die Welt

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 3 Min.
Wo kommt der ganze Staub her?

Steffen, ich habe bei mir zu Hause viel Staub. Wo kommt der her?

Gegenfrage: Wie oft saugst du Staub?

Einmal am Wochenende und einmal unter der Woche, würde ich sagen.

Hast du Fenster zur Straße?

Wir haben einen kleinen Balkon. Von da aus kann ich eine Bundesstraße sehen.

Da hast du schon eine Quelle: Autos, Lkw und Baustellen. Aber wir Menschen sind selbst eine gute Quelle, denn der Staub ist oft nichts anderes als abgeschuppte Hautzellen. Und wenn viele Menschen unter einem Dach leben, darunter Kinder, die sich viel bewegen, dann fällt eben mehr Staub an. Dazu kommen Hausstaubmilben, die von unseren Hautresten leben, und andere Insekten, die wir zu Hause haben. Die zerfallen nämlich auch irgendwann zu Staub.

Der Staub fällt mir besonders auf unserem schwarzen Teppich in der Stube und auf der ebenfalls schwarzen Musikanlage auf.

Der meiste Staub ist hell - und den sieht man auf schwarzem Grund besser. Allerdings gibt es auch tiefschwarzen Staub, wie ich unlängst feststellen konnte, als ich meinen alten Plattenspieler auseinandernehmen musste, um ihn zu reparieren.

Und wie kann ich verhindern, dass der Teppich alle paar Tage verdreckt aussieht?

Da kannst du wenig machen. Fenster zulassen, um den Staub von der Straße draußen zu halten, ist wegen der fehlenden Frischluft keine gute Idee. Und was den Staub aus Hautschuppen angeht: Du kannst ja nicht die ganze Familie in Folie einwickeln.

Was ist mit den Hausstauballergikern? Die müssen sich auf ein unangenehmes Leben einstellen.

Die sind in der Hauptsache gegen den Kot der Hausstaubmilben allergisch, die vor allem in Matratzen und Bettdecken leben. Da helfen spezielle Schutzbezüge. Und es gibt die Möglichkeit, die Allergie durch eine »Hyposensibilisierung« zumindest abzuschwächen.

Was ist bei den Hausstauballergikern das Problem? Ein Gendefekt?

Das eher nicht. Es gibt bei Allergien wohl eine bestimmte genetische Veranlagung. Aber dazu kommt die Umgebung, in der der Allergiker lebt. Man muss ja erst mal für ein Allergen sensibilisiert werden, egal ob Pollen, Katzenhaare oder Milbenkot.

Können im Hausstaub irgendwelche Krankheitserreger sein, die gefährlich sind für Nicht-Allergiker?

Mikroben sind da schon drin. Aber bis auf Schimmelsporen eher unproblematisch. In Altbauten, wo es allerlei Abrieb aus dem Bauholz gibt, können aber geringe Dosen von allen möglichen Umweltgiften im Staub sein - von längst verbotenen Holzschutzmitteln etwa. Auch Flammschutzmittel oder Weichmacher aus Kunststoff. Das Risiko ist dabei schwer abzuschätzen. In der Regel wird das wahrscheinlich überschaubar sein. Wir leben mit Staub nun schon so lange, wie wir sesshaft sind. Also kann der nicht so gefährlich sein.

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