Weiter so – auch mit Profit

Ulrike Henning über zögerliche Reformwünsche auf dem Ärztetag

  • Von Ulrike Henning
  • Lesedauer: 1 Min.
Jens Spahn (r, CDU), Bundesgesundheitsminister, und Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, diskutieren zusammen mit Moderator Jürgen Zurheide (M) bei der Eröffnungsveranstaltung des Ärztetages.
Jens Spahn (r, CDU), Bundesgesundheitsminister, und Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, diskutieren zusammen mit Moderator Jürgen Zurheide (M) bei der Eröffnungsveranstaltung des Ärztetages.

Erst der Patient, dann der Profit, war jetzt auf dem Ärztetag zu hören. So überraschend ist die Botschaft dann doch nicht – denn der Profit soll ja nicht ganz ausbleiben. In den Reden etwa des Bundesärztekammerpräsidenten Reinhardt heißt es schon zahmer, dass die Tätigkeit der Ärzte nicht völlig von ökonomische Interessen befreit sei. Die Medizin solle trotzdem zuerst »human, fürsorglich und sorgfältig« gestaltet werden.

Die existierenden Strukturen werden indessen kaum in Frage gestellt, zumindest was die extrem durchorganisierten Kliniken betrifft. Es sei zwar eine bundes- und nicht mehr nur landesweite Planung nötig, auch mehr übergreifende Kooperationen. Zumindest die Fehlanreize aus den Fallpauschalen gehörten beseitigt, aber nicht diese selbst.

Aus dieser Unentschiedenheit spricht zweierlei: Zum einen zeigt der Druck Wirkung, der unter anderem von erschöpften, aber auch aktionsbereiten Pflegekräften ausgeht. Zum anderen haben es sich nicht wenige Ärzte im System, wie es ist, gut eingerichtet. Zu deren Bedürfnissen nach einem »Weiter so« gehört auch die Forderung, dass ausbleibende Klinikinvestitionen der Bundesländer einfach vom Bund zu ersetzen seien. Und nicht etwa eine grundsätzliche Umgestaltung der Krankenhausversorgung.

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