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Elefantenhochzeit im Bergbausektor

Der weltgrößte Bergbaukonzern BHP Billiton will Konkurrent Rio Tinto übernehmen

Der britisch-australische Bergbaukonzern BHP Billiton plant die Übernahme der Nummer drei der Bergbaubranche. Noch ziert sich der Vorstand von Rio Tinto. Doch der Mega-Deal könnte schnell Realität werden – wenn der Preis stimmt.

Die Konzentration auf dem Bergbausektor nimmt unerwartete Ausmaße aus. Gerade erst hat der anglo-australische Bergbau-Gigant Rio Tinto das kanadische Bergbauunternehmen Alcan für 39 Milliarden US-Dollar übernommen, nun könnte die Nummer drei der Branche selbst gefressen werden. Ein erstes Angebot vom Branchenprimus, der BHP Billiton, ist letzte Woche bekannt geworden. Das wurde jedoch vom Vorstand von Rio Tinto als zu leicht zurückgewiesen. Drei Aktien für eine hatten die Manager von BHP Billiton geboten. Das entspricht einem Übernahmewert von 140 Milliarden US-Dollar, womit die Übernahme zur zweitgrößten Fusion der Geschichte werden könnte. In den Annalen liegt die Fusion von Mannesmann mit Vodafone mit einem damaligen Börsenwert von 370 Milliarden US-Dollar knapp vor der anstehenden Elefantenhochzeit von BHP Billiton und Rio Tinto. Die bringen gemeinsam 360 Milliarden US-Dollar auf das Börsenparkett. Doch die Kurse von Rio Tinto schießen derzeit nach oben, denn es wird heiß spekuliert und allein am letzten Donnerstag lagen die Zuwächse jenseits der 20-Prozent-Marke. Beim richtigen Preis, so scheint es, könnte es zum Zusammenschluss der beiden Giganten kommen. In diesem Fall wären, so die Analysten, Kostensenkungen die Folge und auch bei den Lieferanten könnte der dann unbestrittene Weltmarktführer die Preise drücken.

Ganz überraschend kommt die sich anbahnende Fusion allerdings nicht, denn seit Mai kursieren entsprechende Gerüchte. Für die Konsumenten von Eisenerz, Kohle, Kupfer, Aluminium und Co. wäre die Fusion allerdings keine so gute Nachricht. Der neue Konzern wäre ein dominanter Anbieter, vergleichbar mit dem Microsoft-Konzern in der Computerbranche, dessen Börsenwert bei etwa 350 Milliarden US-Dollar liegt. Ein Grund, weshalb auch die Kartellbehörden einer Fusion zustimmen müssen, zumal beide Konzerne auch in England registriert sind.

Für die Konkurrenz im Bergbau, allen voran die Nummer zwei, Anglo American, wäre die Megafusion eine echte Herausforderung. Anglo American, aber auch andere Schwergewichte wie die Schweizer Xstrata oder Lonmin, müssten noch aufmerksamer den Markt nach potenziellen Übernahmekandidaten sondieren. Letztlich stehen die Zeichen schon seit Jahren auf Konzentration und mit der Fusion wäre, zumindest vorerst, der Höhepunkt der Fusionswelle erreicht. Für Dynamik auf dem Markt bei Eisenerz, Nickel, Kupfer und Co. sorgen vor allem Chinesen und Inder, die von Jahr zu Jahr größere Mengen ordern. Das schlägt sich in höheren Preisen und in der Suche nach neuen Vorkommen nieder. Bei Eisenerz geben BHP Billiton und Rio Tinto gemeinsam den Ton an. Die bisherige Nummer drei am Markt ist die brasilianische Companhia Vale do Rio Doce (CVRD). Für die Abnehmer von Eisenerz ist diese gebündelte Marktmacht durchaus ein Risiko, doch die hohen Preise sorgen eben für bombastische Gewinne und für ein Fusionsfieber, das seinesgleichen sucht. Das wird allen Prognosen zufolge auch weiter anhalten.

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