Eltern sammeln 2,5 Millionen Euro

Schulische Fördervereine »ein großartiges Beispiel für Bürgerengagement«

Den Nachnamen von Ella Böttcher kennen die wenigsten Kinder. An der Grundschule im Grünen in Malchow wird sie nur »Oma Ella« gerufen. 1996 wurde ihre Enkelin Ivett hier eingeschult. Seitdem kümmert sich die mittlerweile 74-Jährige ehrenamtlich im Förderverein Malchower Grashüpfer liebevoll um den Nachwuchs in der Schule: »Das erhält mich jung.«

Berlin hat 748 öffentliche Schulen, 264 haben einen Förderverein. Die Mitglieder, meist Eltern, sammeln Spenden für die Verbesserung der Schulen und Kitas. Im vergangenen Jahr kamen so rund 2,5 Millionen Euro zusammen, teilte die Vorsitzende des Landesverbandes der schulischen Fördervereine (lsfb), Katja Hintze, gestern mit. Der Verband berät ehrenamtlich arbeitende Eltern und Lehrer. Rund 20 000 Mitglieder sind in den Fördervereinen aktiv. »Ein großartiges Beispiel für Bürgerengagement«, lobte Peter Hübner von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Rainer Belusa, Leiter der Lichterfelder Kronach-Grundschule und beratendes Mitglied des Fördervereins, gab Beispiele, wie die Mitglieder helfen: »Bei Klassenfahrten werden Schüler finanziell unterstützt und Spielgeräte finanziert. Bei einem Sponsorenlauf wurden über 10 000 Euro eingenommen. Von dem Geld wurde unter anderem ein Klettergerüst gekauft. Auch ein neues Klavier wird angeschafft.« Außerdem wurde eine Weihnachts-CD produziert und eine DVD mit einer schuleigenen Produktion von »Karneval der Tiere« aufgenommen. Dazu gibt es Vorträge zu Themen wie die Rechte von Kindern und Eltern, Gewalt, Drogen und Förderung von Hochbegabten.

Die Fördervereine müssten sich allerdings auch um Dinge kümmern, die Sache des Landes seien, wurde kritisiert. So finanzierten Eltern inzwischen auch die Renovierung von Klassenräumen und die Sanierung der Toiletten. Diese Situation müsse sich dringend ändern, hieß es an die Adresse der Bildungssenatsverwaltung.

Hübner machte auf die »engen Finanzierungsmöglichkeiten« des Senats aufmerksam. Angesichts leerer Kassen fehlten auch hier die notwendigen Mittel. Aber man solle dabei den pädagogischen Aspekt sehen. Schüler könnten so lernen, mit ihrem Umfeld pfleglich umzugehen, merkte er an.

Der Landesverband schulischer Fördervereine wurde 2004 gegründet und arbeitet unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Internet: www.lsfb.de

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