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Mit doppeltem Boden

Andrej Bitow: »Das Puschkinhaus« in neuer Übersetzung

  • Von Karlheinz Kasper
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Nur wenige Werke sind auf so abenteuerliche Weise zu ihren Lesern gelangt wie dieses »Romanmuseum«, ein Kultbuch der neueren russischen Literatur. In Leningrad hatte sich 1964 das Gerücht verbreitet, Mitarbeiter des Puschkinhauses, einer Forschungseinrichtung mit angeschlossenem Museum, hätten sich während der obligaten Wache anlässlich der Oktoberfeierlichkeiten betrunken und wertvolle Exponate demoliert. Andrej Bitow, 1937 in der Stadt an der Newa geboren und seit Anfang der 1960er als glänzender Erzähler bekannt, verarbeitete den Stoff in einem Roman, der 1971 abgeschlossen wurde. Offiziell herrschte Friedhofsstille um ihn. Einige Fragmente erschienen in verschiedenen Zeitschriften und in einer Werkauswahl von 1976. Das Ganze kam 1978 in den USA heraus und erst gegen Ende der Perestroika in der UdSSR. Mit dem »Puschkinhaus« aber war aus dem Verfasser einer kristallklaren Prosa ein Bahnbrecher der russischen Postmoderne geworden, der...


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