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Tief und witzig

Heute wird Erwin Geschonneck 101

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Er steigt ganz agitpropper auf einen Wagen und liest Brecht, im Hof der Humboldt-Universität, Anfang der 90er Jahre. Es ging um Signale gegen den Ausverkauf der DDR-Kultur. Erwin Geschonneck ist DDR-Kultur. Dass er heute 101 wird, ist eine schöne Feier des Zähen.

Erstaunlich, wie wenig gesetzmäßig es ist, dass die Plage eines Lebens dessen Dauer bestimmt. Geschonneck gehört zu den Menschen, die der Faschismus jahrelang gequält hat. Man folterte ihn, hungerte ihn aus, machte ihn zu einem Dachauer – schnell hatte dieser deutsche Faschismus zugegriffen, als die säuberungskalten sowjetischen Genossen auch diesen Exilanten auslieferten; am Ende warf die Zeit ihn, einen von 4600 Häftlingen auf der bombardierten »Cap Arcona«, sogar noch ins Er-saufwasser der Lübecker Bucht. 350 ertranken nicht, darunter Geschonneck. Arbeiterkind und Antifaschist, bitterer dran konnte ein Mensch kaum sein, wollte er auf Zukunft bauen – zwe...


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