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Reinhard Heß ist tot

Ex-Bundestrainer erlag seinem Krebsleiden

Reinhard Heß
Reinhard Heß

Der deutsche Skisport trauert um einen seiner erfolgreichsten Bundestrainer. Der gebürtige Lauschaer Reinhard Heß verstarb Heiligabend im Alter von 62 Jahren in einer Klinik in Bad Berka an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Krankheit war Anfang 2006 bei ihm festgestellt worden. Er unterzog sich einer Operation in Jena und begab sich anschließend zur Therapie, immer darauf hoffend, dass er vielleicht wieder genesen wird. Doch er verlor den schwersten Kampf seines Lebens.

»Ich bin dankbar, dass mir der Herrgott noch eine schöne Zeit geschenkt hat. Ich konnte viel mit meiner Frau Regina unternehmen, hatte mein zweites Enkelkind im Arm. Da habe ich manchmal fast vergessen, dass ich unheilbar krank bin«, äußerte Heß Ende November gegenüber Freunden im heimischen Suhl. Doch nach seinem letzten Urlaub auf Teneriffa ergab er sich seinem Schicksal. Nachdem er lange Zeit mit letzter Kraft die enormen Schmerzen ertragen hatte, setzte er nun die Chemotherapie ab und verbrachte seine letzten Tage im Kreise seiner Familie in der Klinik in Bad Berka.

Reinhard Heß wurde zur Gallionsfigur und Legende gleichermaßen. Schon zu DDR-Zeiten als Skisprungtrainer erfolgreich, übernahm der Thüringer 1993 das Amt als Bundestrainer und führte über ein Jahrzehnt mit der ihm eigenen unaufgeregten Souveränität die deutschen Skispringer zu drei Olympiasiegen, sieben WM-Titeln und insgesamt 21 Medaillen bei Olympia und WM. Unter seiner Regie wurde Sven Hannawald 2002 Gesamtsieger der Vierschanzentournee.

Nach den WM 2003 wurde der international hoch geschätzte Fachmann und Erfolgscoach, der auch in den internen Debatten im deutschen Springerteam immer wieder viel menschliche Größe demonstrierte, abgelöst. Seitdem blieben die internationalen Erfolge bei den deutschen Springern aus.

Reinhard Heß ärgerte sich selbst in den letzten Wochen seines Lebens noch über die Zerschlagung seines Erfolgsmodells und forderte auch eine Modifizierung des Stützpunktsystems. Seine Worte blieben ungehört.

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