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Experten für Zuchtpilze und Marx

Der Jugendumweltkongress bietet im KuBis fast eine Woche lang Politik, Theorie und Spaß

Mehrere hundert meist junge Menschen aus der ganzen Republik werden ab dem heutigen 27. Dezember in Berlin erwartet. Dann beginnt im Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiz) in Weißensee, Bernkasteler Str. 78, der Jugendumweltkongress (JUKSS).

»Der JUKSS lebt von Engagement der Teilnehmern«, meint Silke, die sich in diesem Jahr an der Vorbereitung beteiligt. Bis zum 4. Januar werden Workshops, Lesekreise, Film- und Diskussionsveranstaltungen angeboten. »In den nächsten Tagen werden bestimmt weitere Programmpunkte dazu kommen«, ist sich Silke nach den Erfahrungen der letzten Jahre sicher.

Die Teilnehmer werden für ihre Projekte mit Zetteln an einer Pinnwand im KuBiZ werben oder sie stellen sie ins Internet. Hier findet sich unter http://jugendumweltkongress.de/2007/Programm das ständig aktualisierte Programmangebot. Auch in diesem Jahr ist die Spannbreite denkbar groß.

Wer mehr auf praktische Aktivitäten steht, kann an einem Filzworkshop teilnehmen oder Spruchschablonen herstellen. Ein Pilzexperte wird seine Kenntnisse über Zuchtpilze weitergeben. Aber auch die Theorie kommt nicht zu kurz: So will man sich der Religionskritik widmen, Schriften des Marx-Experten Michael Heinrich studieren und sich kritisch mit Industrie- und Technikfeindlichkeit in Teilen der Ökologiebewegung auseinandersetzen. Am 3. Januar ist eine Diskussion über die Grenzen der Selbstorganisation mit linken Aktivisten aus Berlin geplant.

Zum JUKSS gehören auch in diesem Jahr öffentliche Aktionen. So sind für den 1. und 2. Januar Aktionstage zur Gentechnologie geplant. Der Ablauf wird von den Teilnehmern eines Workshops auf dem JUKSS diskutiert und beschlossen. Auf der Homepage www.gentech-weg.de.vu kann man sich über die Planungen zu den Aktionstagen informieren. Es sollen »an vielen Orten kleine Zeichen gesetzt werden, dass wir es nicht hinnehmen werden, dass auch 2008 wieder neue Gen-Saat in die Umwelt kommt«, meint ein Aktivist gegenüber ND.

»Neben dem Programm bleibt aber viel Zeit zum Feiern und Ausspannen«, betont Silke. Sie sieht in dem JUKSS den praktischen Beweis, dass es möglich ist, wenigstens einige Tage herrschaftsfrei zu leben. Schließlich findet er schon das 15. Mal in wechselnden Städten statt. Jedes Jahr finden sich wieder Freiwillige, die mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass es zur Jahreswende im Kontrast zum üblichen Rummel eine Alternative aus Spaß und Politik gibt.

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