• Politik
  • Debatte um ein schärferes Jugendstrafrecht

Boot-Camps in USA: Nicht jeder überlebt

Missbrauch ist in Lagern an der Tagesordnung

  • Von Laszlo Trankovits, Washington
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Als die ersten Boot-Camps für straffällige Jugendliche in den USA entstanden, schwärmte das US-Justizministerium von »einer der innovativsten und aufregendsten Formen« des Jugendstrafvollzugs. Fast 20 Jahre später ist Ernüchterung eingekehrt.

Die Rückfallquote ist laut einem Bericht des »Christian Science Monitor« keinesfalls geringer als bei den Insassen von Gefängnissen und Jugendstrafanstalten. Dafür aber gibt es erschreckende Berichte über das grausame Lagerleben.

Oft genug überleben Jugendliche den Camp-Aufenthalt nicht: Aaron Bacon beispielsweise soll in einem Camp im Bundesstaat Utah verhungert sein, nachdem er als Strafe nichts zu essen bekam, dennoch aber täglich bis zu 16 Kilometer laufen musste. In einem anderen Lager starb eine 15-Jährige, die eine erlittene Vergewaltigung seelisch überwinden sollte, bei einem erzwungenen Langstreckenlauf.

Ursprünglich waren die Boot- Camps in den 80er Jahren als Alternative zu zwei- bis dreijährigen F...

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