Neapel-Müll stinkt in Sachsen

Import von 100 000 Tonnen / Lagerung teils unter freiem Himmel

  • Von Hendrik Lasch, Dresden
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Das Müllproblem in Neapel wird auch in Sachsen gelöst: 100 000 Tonnen werden im Freistaat entsorgt – zum Teil in einer Weise, die jetzt für erheblichen politischen Wirbel sorgt.

Von Neapel bis nach Sachsen sind es 2000 Kilometer. Diesen langen Weg legt seit einiger Zeit auch Hausmüll aus der süditalienischen Stadt zurück. In langen Zügen wird der Siedlungsabfall in den Freistaat gebracht, genauer: auf die Deponie Cröbern bei Leipzig. Bis Mitte Februar dürfen einem Vertrag zufolge 100 000 Tonnen Müll nach Sachsen gebracht werden; knapp zwei Drittel der Menge sind bereits angekommen.

Der Mülltourismus quer durch Europa wirkt grotesk, ist aber ein lohnendes Geschäft für beide Seiten. In Neapel, wo Deponiekapazitäten fehlen und Müllberge in den Straßen zum Himmel stinken, wird das Abfallproblem gelindert; in Sachsen hilft der Import-Abfall, überdimensionierte Deponien auszulasten. Allein die erst 2005 eingeweihte Anlage in Cröbern kann 300 000 Tonnen jährlich sortieren und einlagern; in der Region wird aber nur halb so viel Abfall produziert. Die von Umweltschützern seit langem kritisierte Folge: Damit die Anlagen ...

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