Explosive Altlasten unter Wasser

Munitionsreste in Nord- und Ostsee – Kiels Innenminister will nun handeln

  • Von Dieter Hanisch, Kiel
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.

Es ist ein explosives Thema, die Debatte um den Umgang mit Munitionsaltlasten in der Nord- und Ostsee. Lange Zeit wurde Umweltschutzverbänden vorgeworfen, sie würden Panik betreiben. Als die FDP sich auf die Seite der besorgten Organisationen stellte, fiel Lübecks Stadtoberen nichts Besseres ein, als der FDP »Panikmache« vorzuhalten. Da der Unmut aus Badeorten immer größer wurde, will das SPD-geführte Kieler Innenministerium jetzt nicht länger tatenlos zusehen.

Ein seltenes Bündnis scheint im Nordwesten in Sicht: Das schleswig-holsteinische Innenministerium will einvernehmlich mit Umweltinitiativen endlich den Munitionsaltlasten unter Wasser zu Leibe rücken. Das neue Entgegenkommen ist sicher auch ein Erfolg eines Symposiums im vergangenen Herbst, das der Naturschutzbund in Kiel veranstaltete.

Einer, der immer wieder nachhakt, ist der Koblenzer Meeresbiologe Stefan Nehring. Er stellt Erhebungen zum Umfang der Gefahren an. Für die Ostsee sind ihm immerhin 168 Todesfälle bekannt geworden, die vom Kontakt mit vor Jahrzehnten versenkter Munition herrühren, dazu 250 Verletzte. Offizielle Daten gibt es nicht, da keine Meldepflicht für derartige Unfälle besteht.

Und dass das hochbrisante Zeug immer wieder mal an der Wasseroberfläche treibt oder an einen Strand gespült ...

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