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Der Sport soll Brücken bauen

Aktive und Funktionäre lehnen Boykott der Olympischen Spiele ab

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Fast unberührt von der Boykottdebatte um die Olympischen Spiele in Peking zieht der dreifache Kanu-Olympiasieger Andreas Dittmer die letzte Woche seines Trainingslagers in Italien durch. »Ich habe mir kaum Gedanken darüber gemacht, dass die Spiele abgesagt werden. Die Boykotte 1980 und 1984 habe gezeigt, dass das nichts bringt», erklärte Dittmer am Mittwoch gegenüber dpa.

Der 35-Jährige vom SC Neubrandenburg wird nach Peking wohl seine Karriere beenden. Der Ausnahmekanute konnte bereits bei den Spielen in Atlanta, Sydney und Athen Erfahrungen mit der medialen Öffentlichkeit der Spiele sammeln. Deshalb hofft er auf eine Kontrolle durch Journalisten in Pekingt. »Es ist doch besser, tausende Journalisten ins Land zu holen, als die Spiele ausfallen zu lassen«, argumentierte Dittmer.

Von einem Boykott hält auch Diskusweltmeisterin Franka Dietzsch (SC Neubrandenburg) wenig. »Der Sport soll Brücken bauen und zur Verständigung beitragen. Ich gehe davon aus, dass die Teilnahme einer deutschen Mannschaft gut überlegt ist und sehe es als Verpflichtung für mich, dabei zu sein«, sagte sie vor dem Abflug ins Trainingslager.

Am Olympiastützpunkt Mecklenburg-Vorpommern (OSP) wird der Vorstoß des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ebenfalls begrüßt. Der DOSB hatte am Ostermontag festgelegt, dass er trotz der Proteste in Tibet seine Athleten nach Peking schicke will. »Das ist eine vollkommen richtige Entscheidung. Der Sport kann nicht die Probleme lösen, die die Politik nicht lösen kann«, meinte OSP-Leiter Michael Evers. Er gab aber zu bedenken, dass die frühe Entscheidung des DOSB ein »Persilschein« für die Chinesen sein könne. »Ich kann mir den frühen Zeitpunkt nur damit erklären, dass sich die Sportler in Ruhe vorbereiten sollen.«

DOSB-Präsient Thomas Bach lehnt einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking ab. »Der Sport darf nicht als politischer Knüppel missbraucht werden«, sagte Bach in einem Interview des »Tagesspiegel«. »Wenn die Spiele abgesagt oder boykottiert würden, werden die Scheinwerfer der Weltöffentlichkeit, die sich jetzt auf China richten, wieder abgedreht. Das kann niemand wollen.«

Bach, der auch Vizepräsident des IOC ist, lehnt Proteste von Sportlern und Politikern bei der Eröffnungsfeier in Peking ab. »Die Spiele müssen politisch neutral sein. Das ist nun einmal ihr Wesen», sagte Bach. Die Forderung, das IOC müsse mehr Druck auf China ausüben, wies Bach zurück: »Das IOC hat nicht den Anspruch und nicht das Mandat, eine Weltregierung zu sein, und die Olympische Charta ist nicht die Weltverfassung. Wir können nur regeln, wie sich der Sport für Menschenrechte einsetzt.« dpa/ND

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