Bevor das Kind in den Brunnen fällt

Das Orphtheater in der Ackerstraße in Mitte sieht sich ohne Senatsförderung vor dem Aus

  • Von Tom Mustroph
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Bis Ende des Jahres erhält das letzte Ensembletheater der freien Szene Berlins mit eigener Spielstätte zwar noch Basisförderung. Danach ist aber Schluss, befürchtet Matthias Horn. Nach einem Gespräch in der Senatskulturverwaltung ging der Leiter des Orphtheaters mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.

»Wir wollen Alarm schlagen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist«, begründet er seinen Schritt. »Wenn man protestiert, nachdem bereits eine Entscheidung gefällt wurde, ist es zu spät«, lautet seine Erfahrung. »Im Gespräch wurde uns signalisiert, dass wir lernen müssten, auf eigenen Füßen zu stehen«, erzählt Horn dem ND. Als hilfloses Baby sieht er sein Theater nicht. 18 Jahre Erfahrung hat die Truppe, die sich in der Wendezeit in Ostberlin zusammengefunden hatte.

Vom Mut des gesamtgesellschaftlichen Aufbruchs und dem Glauben an eine freie Kunstproduktion jenseits der Institutionen befeuert, hatte sich das Orphtheater schnell...

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