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Es wird geredet und nicht gestreikt

BVG-Busse und Bahnen fahren weiter / Nächste Gesprächsrunde Anfang April

Die Berliner bleiben voraussichtlich zumindest bis kommenden Donnerstag von Streikaktionen bei der BVG verschont. Dann wollen die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber ihre Sondierungsgespräche fortsetzen, die gestern nach fünf Stunden unterbrochen wurden. Endgültig entscheidet aber erst heute die Große Tarifkommission von ver.di, ob Busse und Bahnen weiter rollen.

Über Ergebnisse des gestrigen Treffens wollten sich beide Seiten nicht äußern, es sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es. Ver.di-Sprecher Andreas Splanemann gab sich »verhalten optimistisch« und sprach von »ersten Ansätzen auf dem Weg zu einer Lösung«. Man habe verschiedene Varianten und Modelle für Gehaltserhöhungen durchgerechnet, ein Durchbruch sei allerdings noch nicht erzielt worden. Noch lägen die Vorstellungen beider Seiten weit auseinander. Es sei jedoch ein positives Signal, dass die Gespräche fortgesetzt werden, so Splanemann.

Die Arbeitgeber bieten bisher 20 Millionen Euro verteilt auf zwei Jahre an, was für drei- bis vierprozentige Gehaltserhöhnungen reichen würde. Ver.di fordert allerdings drei bis neun Prozent mehr Einkommen für die BVG-Beschäftigten. Kritik dazu kam gestern auch von LINKE-Landeschef Klaus Lederer, der diese Forderungen für teils überzogen hält. Als zentral bezeichnete er die Frage, wie man aus der »Tarif-Zweiklassengesellschaft« bei der BVG herauskommt. Es gehe nicht, dass die seit 2005 eingestellten Beschäftigten für die gleiche Arbeit deutlich weniger Geld erhielten als die Altbeschäftigten.

Dies sieht auch ver.di so, aber um diese Unterschiede auszugleichen, reichten die 20 Millionen Euro eben nicht aus, sagte Splanemann. Außerdem sei diese Absenkung 2005 politisch gewollt gewesen, seitdem hätten die BVG-Beschäftigten jährlich auf 40 Millionen Euro Lohn verzichtet.

Wie es in der Auseinandersetzung weitergeht, hängt auch von der für heute erwarteten Schlichtung im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes ab. Scheitert sie, könnten in Berlin bald Müllfahrer und Wasserwerker die Streikfront der BVG verstärken. »Natürlich schauen wir aufeinander, die Dinge bedingen sich«, so Splanemann.

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