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Netzwerken gegen Diskriminierung

Europaweite Tagung in Berlin will Lebenssituation der Transgender verbessern

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Julia Ehrt (l.) ist im Vorstand des Berliner Vereins TransInterQueer, Carsten Balzer Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats des Transgendernetzwerks Berlin. Mit den Organisatoren der zweiten europäischen Transgender-Tagung sprach Ina Beyer.
Netzwerken gegen Diskriminierung

ND: Vom heutigen Freitag bis Sonntag findet in Berlin der Europäische Transgender Council statt, der unter dem Motto »Make Human Rights Work« steht. Was ist das Ziel der Konferenz?
Ehrt: Die Konferenz soll dazu beitragen, die Lebenssituation transgeschlechtlicher Menschen zu verbessern. Wichtig dabei ist der Netzwerkaspekt: Teilnehmende aus 36 Ländern, vor allem aus Ost- und Westeuropa, aber auch Zentralasien, Südamerika und Japan, haben sich angemeldet. Austausch untereinander, Informationsweitergabe über die Rechtslagen in verschiedenen Ländern und das Entwickeln gemeinsamer politischer Visionen sind zentrale Anliegen. Im Ergebnis wollen wir daraus politische Forderungen für ein Menschenrechtskonzept auf europäischer Ebene formulieren.

Wie sieht die Situation für Transgender derzeit in Deutschland aus?
Ehrt: Im allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist nur der Schutz vor Diskriminierung auf Grund sexueller Identität festgeschrieben; eine explizite Regelung für den Bereich geschlechtliche Identität fehlt. In einem Kommentar zum Gesetzestext heißt es jedoch, dass mit sexueller Identität auch Geschlechtsidentität gemeint ist. Auf sehr komplizierte Weise und über drei Ecken besteht also ein gewisser Schutz vor Diskriminierung.

Auf der anderen Seite steht das Transsexuellengesetz ...
Ehrt: Dieses Gesetz aus dem Jahr 1980 ist im internationalen Vergleich eher eines der schlechteren. Darin ist beispielsweise festgelegt, wie man Namen und Geschlechtseintrag im Ausweis ändern kann. Ein Beispiel: Eine Person, die in ihre Geburtsurkunde einen neuen Namen und Geschlecht eintragen lassen will, muss dazu ihre dauerhafte Unfruchtbarkeit nachweisen, sich also sterilisieren lassen. Eine geschlechtsangleichende Operation muss durchgeführt und die Transsexualität mit zwei psychologischen Gutachten bestätigt werden.

Wie steht es in anderen Ländern?
Balzer: In der deutschen Öffentlichkeit wird oft der Eindruck erweckt, Hassverbrechen gegen Transgender seien ein Problem, das nur außerhalb westeuropäischer Demokratien existiert. Dem ist nicht so, wie das Beispiel Portugal zeigt. Dort wurden in den vergangenen Jahren Transgender-Personen aus Brasilien, die seit langem in Portugal leben, wiederholt Opfer jener Gewalt, vor der sie aus ihrer Heimat flohen. Im Februar 2006 wurde die Transgender-Person Gisberta von Jugendlichen über drei Tage brutal gefoltert und in einen Wassergraben geworfen, wo sie ertrank. Im Februar 2008 wurde die Transfrau Luna in Lissabon auf grausame Weise ermordet. Ihr Körper wurde in einen Müllcontainer geworfen. Deshalb ist der Council auch Gisberta und Luna gewidmet.

Um Verbesserungen zu erreichen, wollen sie sich auch an die europäischen Verantwortlichen in Brüssel richten. Welche Lobby haben Transgender derzeit schon?
Ehrt: Es ist sehr schwer, das Thema überhaupt auf eine politische Agenda zu setzen, insbesondere auch deshalb, weil die europäische Transgenderbewegung noch sehr jung ist und nicht über die Mittel verfügt, dauerhaft politische Lobbyarbeit in Brüssel zu machen. Das ist aber geplant. Besonders glücklich sind wir, dass auch europäische Politiker an der Tagung teilnehmen: Michael Cashman als Mitglied des Europäischen Parlaments und Dennis van der Veur in Vertretung des Kommissars für Menschenrechte des Europarats. Davon erhoffen wir uns Impulse und Unterstützung, um das Thema und die Belange von Transgender in einem Menschenrechtskonzept auf europäischer Ebene durchsetzen zu können.

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