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Mehr Verkehrssicherheit und weniger Parkplätze

Anwohner haben gemischte Gefühle zum geplanten Umbau der Kastanienallee

  • Von Catrin Watermann
  • Lesedauer: 3 Min.

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Gefährliches Radeln auf der Kastanienallee – bald vor der Bahn und fast in der Schiene.
Gefährliches Radeln auf der Kastanienallee – bald vor der Bahn und fast in der Schiene.

»Ich garantiere Ihnen, kein Baum wird im Zuge der Umbaumaßnahmen fallen.« Jens-Holger Kirchner, Pankower Bezirksstadtrat (Grüne) und Leiter der Abteilung Öffentliche Ordnung, versuchte schon eingangs, die Gemüter der rund 100 Anwesenden zu besänftigen. Er stellte den Entwurfsplan des Bezirksamts vor, der unter der Mitarbeit von S.T.E.R.N., Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH, und der Betroffenenvertretung Teutoburger Platz entstanden ist.

Es gehe darum, die Verkehrssicherheit in der Kastanienallee zu erhöhen. Die derzeitige Situation könne einfach nicht so bleiben, so Kirchner. Die Details der geplanten Maßnahmen erläuterte Peter Lexen, Amtsleiter des Tiefbauamts. Brennpunkt in punkto Sicherheit sei die Ecke Oderberger Straße. Die Überquerungslänge der Straße soll kürzer gestaltet, die Straßenbahnhaltestellen an sicherere Standorte versetzt und vor allem behindertengerecht ausgebaut werden. Insgesamt soll die Kastanienallee breiter werden, um einen Streifen für Fahrradfahrer zu schaffen. Die Kastanienallee sei schließlich »die meist frequentierte Radfahrstraße in Berlin«, so Lexen.

Durch die Umwandlung des Gehwegbereichs in Parkbuchten entsteht der Raum dafür. Dass dadurch aber gut 60 der bisher rund 150 Parkplätze verschwinden, rief lauten Unmut der anwesenden Autofahrer hervor. Das sei »die heiße Kartoffel«, meinte Lexen. Die neuen Buchten seien mit einer maximalen Parkdauer von zwei Stunden zudem zeitlich begrenzt.

Auch der Gehweg wird erneuert. Alles alte Material wird jedoch im Rahmen des städtebaulichen Denkmalschutzes wiederverwendet. Schankraumfläche für die Gastronomie soll nach wie vor ausreichend gegeben sein, doch Auswüchse strenger kontrolliert werden.

Das fand Zustimmung bei den älteren Anwohnern. Sie finde kaum noch ein Durchkommen zwischen Menschen, Stühlen und Fahrrädern, bemerkte eine ältere Dame. Und beschimpft werde sie auch vom jungen Szenevolk. »Du alte Schrippe, was willst Du hier?«, habe sie schon zu hören bekommen. Jüngere Anwohner zeigten sich dagegen besorgt, die Straße, die gern auch spöttisch »Castingallee« genannt wird, könne durch den Umbau ihren Charakter verlieren. »Wir wollen keine glatt gebügelte Straße«, rief eine junge Frau, denn mit den Umbaumaßnahmen ist die teils unorthodoxe Begrünung der Gehwege in Gefahr. »Wenn Sie wirklich die bröckelnden DDR-Beton-Kübel in der Oderberger Straße schön finden, dann bin ich nicht Ihrer Meinung«, entgegnete Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner. Die Baumaßnahmen sollen Anfang nächsten Jahres beginnen und zwei Jahre andauern. Für ihre Umsetzung sind 1,5 Millionen Euro angesetzt. Eine Machbarkeitsstudie sei derzeit in Auftrag. In vier Wochen könne man den Entwurf abgeben, so Kirchner. Die Anwesenden sahen sich vor vollendete Tatsachen gestellt. »Es wird sich was verändern, aber nicht zwangsläufig zum Schlechteren«, prophezeite Kirchner dem widerspenstigen Publikum.

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