Jan Freitag 23.06.2008 /
Medienkolumne

Lachhaft, nicht zum Lachen

Unser Autor ist freier Publizist und Fernsehkritiker in Hamburg.

Fußball und Lachen sind nicht grad eng Vertraute. Humorlos werden Bälle aus Gefahrenzonen gebolzt, sachlich Ergebnisse verwaltet oder gesunde Härten gezeigt. Begriffe wie Sturmpartner, Abwehrschlacht oder Wolf-Dieter Poschmann zeugen auch nicht von Heiterkeit, die meisten Scherze erzeugen rhetorische Defizite der Kicker, geistreiche sucht man ohnehin vergebens. Das Ganze, einst als Zeitvertreib konzipiert, wird dem Ernst des Lebens also gerechter als seiner Leichtigkeit. Bill Shankly formulierte es mal so: »Einige Leute denken, Fußball ist eine Frage von Leben und Tod.« Deshalb versicherte die Liverpooler Trainerlegende, »dass es viel wichtiger als das ist!« Es scheint also vonnöten, dem Ernst des Millionenspiels ein wenig Witz beizumengen. Doch weil gut gemeint gern das Gegenteil von gut ist, wurde es zum gebührenfinanzierten Desaster auf einem Niveau, das kommerzielle Comedy noch unterbietet. So gesehen hätte es sein Gutes gehabt, wäre die deutsche Mannschaft am Donnerstag ausgeschieden, selbst für Fußballpatrioten. Dann wäre wohl auch die kleinste Leuchte des Wettbewerbs erloschen: Oliver Pocher.

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