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Club der »Klugscheißer«

Aufnahmebedingung: Hoher Intelligenzquotient

  • Von Michael Winkler
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Martin Doering ist ein so genanntes Superhirn. Der 38-jährige Mobilfunktrainer hat vor kurzem den Intelligenztest des Berliner Vereins hIghQ bestanden. »Zehn Prozent der Fragen konnte ich nicht beantworten«, erzählte er auf einem jüngsten Treffen der »Klugscheißer«. »Die waren so kompliziert, dass ich sie einfach übersprungen habe.« Damit hatte er eine der schwierigsten Hürden des Tests überwunden. »Die Teilnehmer müssen schnell erkennen, welche Fragen zu schwierig sind, um sie in kurzer Zeit richtig lösen zu können«, erklärt Gründungsmitglied Detlef Oeffner, »sonst sind die Aufgaben nicht zu bewältigen«. Der Test besteht aus 325 Fragen, für deren Lösung zwei Stunden und zwei Minuten zur Verfügung stehen. Das sind 25 Sekunden pro Frage. Bestanden haben diejenigen, deren Testergebnis auf einen Intelligenzquotienten (IQ) von mindestens 130 hinausläuft. Zwei Prozent der Bevölkerung kämen auf diesen Wert, so Oeffner. Den Durchschnitts-IQ zwischen 90 und 110 erreichen 75 Prozent. Der 1994 gegründete Verein zählt 43 Mitglieder. Aber ein verschworener Club von »Intelligenzbestien« hat sich hier nicht zusammengeschlossen. So trägt die Vereinszeitung selbstironisch den Titel »Klugscheißer«. Aufgenommen werden können alle, die den Test bestehen. Und Gäste sind jederzeit willkommen», betont Vereinsmitglied Verena Birkenschenkel. Doerings Hochbegabung zeichnete sich bereits in der Kindheit ab. »Mit vier Jahren habe ich Zeitung gelesen«, erinnert er sich, »weil mir das Spielzeug zu langweilig war«. Frühzeitig lernte er, auf Klavier und Kirchenorgel zu spielen. Die Schule absolvierte er im Schnelldurchgang - eine Klasse übersprungen, Abitur mit 17. An seine Schulzeit bis zur 10. Klasse denkt der 38-Jährige nicht gern zurück. »Ich war der krasse Außenseiter«, sagt er, »und wurde ständig gehänselt. In der 7. Klasse wäre ich fast hängen geblieben, weil ich es nicht mehr aushielt.« Nach dem Abitur hat Doering Einzelhandelskaufmann gelernt. Das Studium der Elektrotechnik hat er abgebrochen. Gründungsmitglied Louis Ferdinand von Wunsch-Rolshoven ist Mathematiker. Diplom-Note 1,0. Dafür hat der 45-Jährige 48 Semester gebraucht. »Ich hatte erst spät begriffen. dass ich für das Studium auch zuhause etwas tun muss«, erklärte er seine lange Studienzeit. Mit Leidenschaft repariert er Geldspielautomaten und Flipper. Darüber hinaus gibt er Seminare zur Welt...

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