Manche Gasse wurde schnell zur Falle

Aktivisten trafen sich sieben Jahre nach den Polizeiübergriffen beim G8-Gipfel in Genua

  • Von Jens Herrmann, Genua
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Vor sieben Jahren machte die norditalienische Stadt Genua Schlagzeilen in aller Welt. Anlass waren brutale Polizeieinsätze im Zuge des G8-Gipfels, bei denen der Demonstrant Carlo Giuliani ums Leben kam. Mit Aktionstagen erinnerte die globalisierungskritische Bewegung an die Ereignisse.

Aus den Bergen windet sich der Zug wie eine Schlange die Hänge hinab, bis sich die Häuser in den Schluchten verdichten und schließlich Genua sichtbar wird. Die nord-italienische Hafenstadt liegt wie eine Festung eingezwängt zwischen Mittelmeer und Bergen. Vor sieben Jahren, als hier unter Silvio Berlusconis Regie der G8-Gipfel stattfand, waren die Ströme von Demonstranten, die sich den Weg in die Stadt bahnten, kaum mehr zu kontrollieren. Am Ende demonstrierten fast 300 000 Menschen auf Genuas Straßen gegen die globalen kapitalistischen Verhältnisse und gegen den voranschreitenden Neoliberalismus.

Die Altstadt wird zum Hochsicherheitstrakt

Die Chefs der mächtigsten Industrienationen und ihr Treffen in der Altstadt Genuas, die kurzerhand zum Hochsicherheitstrakt – zur »roten Zone« – aufgerüstet wurde, gerieten in die Defensive. Nach einigen ruhigen Auftakttagen der sogenannten Gipfelproteste verschärfte sich die Situation am...


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