Keinen blassen Schimmer über die DDR?

Studie offenbart Wissenslücken von Jugendlichen und Selbstgewissheiten ihrer Autoren

  • Von Uwe Kalbe
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Jugendliche wissen zu wenig über die DDR. Das ist nicht nur bedauerlich, die Autoren einer Studie mit dieser Erkenntnis finden es sogar alarmierend. Sie sorgen sich um die Immunisierung der Jugend gegen diktatorische Verführungen.

Wissenschaftler des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin hatten bereits im November letzten Jahres regionale Teilergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlicht, bei der sie über 5200 Schüler in vier Bundesländern (Bayern, Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen) befragten. Schon damals hatte die nachgewiesene Unkenntnis großer Teile der befragten Jugendlichen zum kollektiven Erschrecken der Öffentlichkeit geführt.

Doch diese Offenlegung fand nicht jedermanns Beifall. In ihrem Buch, das die damaligen Ergebnisse weiterführt und das sie am Freitag in Berlin vorstellten, zitieren die Autoren Monika Deutz-Schroeder und Klaus Schroeder verständnislos die heftigen Reaktionen vor allem Ostdeutscher. Empörung äußern diese jedoch nicht über die Aufdeckung von Bildungslücken deutscher Jugendlicher, sondern darüber, dass die Autoren offenbar Kenntnisse nur anerkennen, wenn diese dem Zweck Delegitimierung der DDR dienen.

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