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Keine Spur von Psi

Forscher haben übersinnliche Fähigkeiten im Labor getestet

»Glauben Sie, dass es Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten gibt?« wurden 4000 Bundesbürger vom Online-Meinungsportal »Sozioland« gefragt. Mit Ja antworteten 42 Prozent, mit Nein 14 Prozent. Die Anderen waren sich mehr oder weniger unschlüssig.

Erstaunliche Zahlen, wenn man bedenkt, dass die Naturgesetze keinen Raum für übersinnliche Phänomene lassen. Wer solche Phänomene dennoch nachweisen würde, brächte damit nicht nur das Weltbild der Physik zum Einsturz, sondern wäre überdies ein heißer Kandidat für den Nobelpreis.

Allein, es geht auch eine Nummer kleiner – und zwar schon heute: Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) hat nämlich 10 000 Euro reserviert für die Person, die es als Erste schafft, ihre übersinnlichen oder Psi-Fähigkeiten in einem kontrollierten Experiment zu demonstrieren.

Am Biozentrum der Universität Würzburg war dazu unlängst Gelegenheit. Unter anderem auch für Janek S., der von sich behauptet, er könne Gegenstände mit dem Pendel orten und sei überdies in der Lage, mit der Hand zu erfühlen, ob ein davon fünf Zentimeter entferntes Kabel unter Strom steht oder nicht. Die dazu notwendigen Versuchsanordnungen durfte der Proband übrigens selbst entwerfen. Jedoch wurden diese anschließend von einem Wissenschaftler der GWUP geprüft, der zudem sorgsam darauf achtete, dass bei der Durchführung des Experiments keine Tricks angewandt wurden. Ergebnis: Die Trefferquoten, die Janek S. in beiden Testreihen erzielte, lagen nicht über der Zufallserwartung. Das heißt, hätte jemand nur geraten, zum Beispiel in welchem Kabel Strom fließt, wäre das Ergebnis nicht anders ausgefallen.

Auch die restlichen Testteilnehmer zeigten sich außerstande, ihre Psi-Fähigkeiten im Labor unter Beweis zu stellen. Damit wiederholte sich, was an der Universität Würzburg in den letzten Jahren schon mehrfach mitzuerleben war: Wann immer ein Proband versuchte, im Rahmen einer GWUP-Testreihe ins Reich des Übersinnlichen vorzudringen, scheiterte er. Und so stehen die 10 000 Euro für eine gelungene Psi-Demonstration weiterhin zur Verfügung. In den USA hat der Magier James Randi sogar eine Million Dollar für den kontrollierten Nachweis von übersinnlichen Fähigkeiten ausgelobt. Seit 1995 bereits liegt das Geld bei einer Investmentfirma in New York. Aber nicht einmal der große »Löffelbieger« Uri Geller, von dem Randi sagt, er sei ein Scharlatan und bediene sich raffinierter Zaubertricks, hat es bisher gewagt, sich an einem wissenschaftlichen Test zu beteiligen.

Um übrigens zu erklären, warum sie in kontrollierten Experimenten regelmäßig scheitern, führen »übersinnlich Begabte« einige skurrile Theorien ins Feld. Die beliebteste lautet: Psi-Fähigkeiten seien elusiv, flüchtig also. Das heißt im Klartext: Sobald Wissenschaftler versuchen, solche Fähigkeiten nachzuweisen, verschwinden diese diskret, um wieder aufzutauchen, wenn die Wissenschaftler weg sind.

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