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Filmpark Neukölln

Werkstatt für Veränderung im Carl-Weder-Park

Mädchenpower in Neukölln
Mädchenpower in Neukölln

Nicht nur Babelsberg hat einen Filmpark, auch Neukölln. Für drei Wochen ist im Carl-Weder-Park der blaue Container der Filmcrew von Seraphina Lenz stationiert. Mit Trenchcoat und Hut schreitet die gelernte Bildhauerin über das Gelände an der Wederstraße und instruiert Darsteller, Choreografen und Kamerateam.

Einige Mitglieder der Crew hat Lenz von außerhalb mitgebracht. Die meisten Protagonisten kommen jedoch aus den umliegenden Wohnhäusern. Der neunjährige Karim etwa hat am Montag als Kameramann gearbeitet. Er ist bereits ein Veteran der Projekte von Seraphina Lenz. Seit 2003 entwickelt sie für einige Zeit im Sommer künstlerische Interventionen für den bereits der Verwahrlosung anheimfallenden Park.

Innerhalb der ersten »Werkstatt der Veränderung« hatte sie für Aufräumaktionen gesorgt und durch das Aufstellen hellblauer Liegestühle die Anwohner zum Verweilen eingeladen. Zwei Jahre später war der Schimmel Hannibal die Hauptattraktion. Jedes Jahr ist er seitdem dabei, hat im Parkprojekt 2006 und beim Zirkus 2007 mitgemacht.

Auch die größeren Jungs schauen vorbei. Mohammed, ein 16-jähriger Kfz-Schlosser-Lehrling, kommt mit seinem Fahrrad angebraust und fragt etwas barsch, wann es am nächsten Tag weiter geht. Seraphina Lenz hält freundlich dagegen. Sie erinnert den jungen Burschen daran, dass er es selbst wissen dürfte. Nach kurzem Nachdenken kommt er auf die Zeit von täglich 15 bis 19 Uhr (außer sonntags) und entspannt sich.

Mohammed hat beim Filmdreh den Karren gezogen, auf denen weiß gekleidete Mädchen standen. Manche von ihnen fühlen sich bereits als kleine Stars. Aufgeregt fragen sie nach den Setkarten, auf denen neben Name, Alter und einem Bild auch die besonderen Fähigkeiten vermerkt sind. Neben den Kindern sind auch deren Eltern und andere erwachsene Nachbarn zum Mittun eingeladen. Das Gros machen dennoch die Kinder und Jugendlichen aus.

Seraphina Lenz hat einige Ideen für die Filmszenen mitgebracht. Andere entstehen spontan. Ein erster Rohschnitt von ca. 45 Minuten Länge wird am 6. September vorgestellt, der fertige Film soll auf 15 Minuten gekürzt werden. »Wenn er gut wird, wollen wir ihn zu Festivals in aller Welt schicken«, meint Lenz. Noch bis zum 1. September gehen die Dreharbeiten, und mitmachen kann jeder, der will, auch wenn er nicht aus der Gegend kommt.

Infotelefon 68 59 87 71

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