Werbung

Endlich kommt mal einer dran

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Eine Maßnahme jagt die nächste, am Ende bleibt Demut, aber kein Job: Dass Ein-Euro-Jobs zumeist nicht zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt führen, stattdessen reguläre Beschäftigung verdrängen, ist bei KritikerInnen dieses Instruments wohl unumstritten. Nun aber wird – wohl zum ersten Mal – ein Verantwortlicher zur Rechenschaft gezogen, weil er die soziale Notlage arbeitslos gewordener Menschen schamlos ausgenutzt hat. Ulrich Lammer, so berichtet die »taz«, muss sich wegen Untreue und anderer Delikte vor Gericht verantworten. Lammer ist ehemaliger Leiter des Jobcenters in Recklinghausen. Eine Reihe von Jobs, die seine Behörde bewilligt hat, seien nicht »zusätzlich« gewesen, lautet der Vorwurf.

Das Jobcenter hatte Mitte 2005 einem Recklinghausener Seniorenzentrum gleich 40 beantragte Ein-Euro-Jobber vermittelt, die dort jedoch wenig qualifizierende und auch keine zusätzlichen Aufgaben verrichteten. Im Gegenteil gehörte die von ihnen geleistete Arbeit zu den Kernaufgaben eines Altenheims: Wäschetransport, Zimmerreinigung, Essensausgabe. Ein Betroffener mit guten EDV-Kenntnissen wurde sogar als Systemadministrator der hauseigenen EDV eingesetzt. Die einzige Qualifizierung, schreibt die »taz«, habe in einem Erste-Hilfe-Kurs bestanden, ansonsten liefen die Arbeitslosen in dem Betrieb einfach mit.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hält die Bewilligung der Jobs für rechtswidrig, da die Ein-Euro-Jobber als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Es kommt aber noch dicker: Ulrich Lammer war seinerzeit nicht nur Leiter des Jobcenters, sondern zugleich Geschäftsführer des besagten Seniorenheims, das in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckte. Für Lammer wird es heikel: Die Staatsanwaltschaft schätzt den Gesamtschaden auf 450 000 Euro, nach »taz«-Angaben muss er sich neben Untreue auch wegen Lohnwucher und Nötigung verantworten. Zwei Mitarbeiter des Jobcenters und der Heimleiter sind mitangeklagt.

Zynisch wirkt das Statement von Lammers Anwalt. Wenn Lammer dran komme, so meint dieser, dann »müssten die Leiter aller Jobcenter angeklagt werden«. Müssten sie? Das Urteil könnte eine Grundlage sein, um weitere Schweinereien aufzudecken.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

9 Ausgaben für nur 9 €

Jetzt nd.DieWoche testen!

9 Samstage die Wochenendzeitung bequem frei Haus.

Hier bestellen