Kampf um die Moneda

Vor 35 Jahren: Der letzte Tag der demokratisch gewählten Regierung Allende in Chile

  • Von Johnny Norden
  • Lesedauer: ca. 5.5 Min.

Am 4. September 1971 wurde Salvador Allende zum Präsidenten Chiles gewählt. Mit seiner Präsidentschaft war der bisher größte Versuch der revolutionären Weltbewegung verbunden, auf der Grundlage einer bürgerlich-demokratischen Verfassung den Weg zum Sozialismus zu gehen. Tausend Tage und Nächte später war Allende tot und das Experiment in einem Blutbad erstickt.

Am 4. September 1973 fand in Santiago zum dritten Jahrestag des Wahlsiegs eine Demonstration mit einer Million Einwohner der Hauptstadt und seiner Umgebung statt. Es war die größte Veranstaltung, die je in Chile stattgefunden hatte. Die Demonstranten waren in kämpferischer Stimmung und verlangten entschlossene Maßnahmen gegen die Konterrevolution. Salvador Allende fühlte sich durch diese eindrucksvolle Vertrauensbekundung bestärkt, seine Idee eines Referendums umzusetzen. Mit einer demokratischen Volksabstimmung sollte der Präsident größere Vollmachten erhalten. Eine gute Idee zur falschen Zeit.

Am 7. September wurde der Plan bekannt gegeben, Allende wolle sich am 11. September mit einer Rede an die Nation wenden. Die konterrevolutionären Militärs entschlossen sich, sofort loszuschlagen.

Am 11. September wurde Allende um 5 Uhr geweckt. Am Telefon war der stellvertretende Polizeichef, General Urrutia. Er teilte mit, dass chilenische Mar...


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