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Petri Heil

K. Wasserhövel / Der Müntefering-Intimus wird Bundesgeschäftsführer der SPD

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Die SPD dreht das Rad der Geschichte zurück – zumindest ein klein wenig. Mit der Berufung Karl-Josef Wasserhövels, genannt Kajo, zum Bundesgeschäftsführer der Partei holt sich der designierte SPD-Vorsitzende Franz Müntefering einen alten Weggefährten zurück ins Willy-Brandt-Haus. Der 46-Jährige gilt als Münteferings persönlicher Schatten. Er hat alle drei Wahlkämpfe für Gerhard Schröder gemanagt und sich dabei vor allem bei den letzten beiden Wahlen Meriten verdient: 2002 gelang den Sozialdemokraten mit dem im Muldeschlamm watenden »Friedenskanzler« Schröder der erneute Machtgewinn und drei Jahre später schafften sie es immerhin noch als Juniorpartner der Union ins Kabinett.

Der gebürtige Aachener gehört seit 30 Jahren der SPD an und kommt eigentlich aus der ganz linken Ecke der deutschen Sozialdemokratie. Ende der 1980er Jahre gehörte er zur sogenannten Stamokap-Fraktion der Jusos, einer Gruppierung, die mit ihren Auffassungen über den »staatsmonopolistischen Kapitalismus« inhaltlich von den Losungen der DKP nicht weit entfernt war. Geschadet hat das Wasserhövel nicht. Als Mann im Hintergrund machte er in den 1990ern rasch Karriere, die allerdings vor drei Jahren einen Knick erhielt. Eigentlich sollte er im November 2005 auf Wunsch des damaligen SPD-Vorsitzenden Müntefering neuer Generalsekretär der Partei werden. Doch dagegen hatte die SPD-Linke, allen voran Andrea Nahles, etwas. Müntefering war düpiert, schmiss hin und Hubertus Heil wurde Generalsekretär. Wasserhövel war zunächst noch Staatssekretär unter Müntefering im Arbeitsministerium, wechselte dann aber in gleicher Funktion zu Frank-Walter Steinmeier ins Auswärtige Amt. Ein undankbarer Job für jemanden, der es gewohnt ist, die Strippen zu ziehen.

Jetzt darf er also wieder das tun, was er besonders gut kann. Einen kleinen Stein auf dem Weg zurück zu alter Macht gibt es allerdings noch aus dem Weg zu räumen: Hubertus Heil. Der fungiert offiziell noch als Generalsekretär und wähnte sich bis zur Berufung Wasserhövels eigentlich auch als Wahlkampfchef. Dass die beiden gut zusammenarbeiten werden, gilt als unwahrscheinlich. Die Jagd auf Heil ist eröffnet.

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