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Direktoren lassen sich beschatten

Berliner Kriminaltheater eröffnet Spielzeit mit Hoffest für das Publikum

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Peter Donath und Paul Weismann in »Der Totmacher«
Peter Donath und Paul Weismann in »Der Totmacher«

Selbst der spannendste Fall auf der Bühne des Berliner Kriminaltheaters ist ohne Publikum nur ein Reinfall. So weiß man dort dessen Treue zu schätzen. Als freundliche Geste an die Zuschauer will die Bühne an der Friedrichshainer Palisadenstraße ihre neue Spielzeit deshalb mit einem Hoffest am kommenden Samstag von 13 bis 20 Uhr beginnen. Besucher mit Kind und Kegel sind willkommen zur Autogrammstunde mit den Schauspielern. Wer möchte, kann bei Führungen die zwei Direktoren Wolfgang Rumpf und Wolfgang Seppelt beschatten und ihnen bis in die dunkelsten Winkel des Theaters folgen. Es gibt Quiz, Spiel und Spaß, einen Info-Stand des Filmparks Babelsberg und einen kostenlosen Kriminalpostkartenversand. Zum Schmökern bietet die Kriminalbuchhandlung »Totsicher« Literatur an ihrem Bücherstand an. Der Eintritt zum Hoffest ist frei.

Die erste Premiere will das Kriminaltheater dann am 16. Oktober auf die Bühne bringen. Unter der Regie vom Wolfgang Rumpf wird das Theaterstück »Der Totmacher« von Romuald Karmakar und Michael Farin aufgeführt. Es spielen Peter Donath und Paul Weismann. Das Stück entstand nach dem Film von 1995 mit Götz George. Man wählte bereits dafür den Titel »Der Totmacher«, obwohl dies der zweifelhafte Spitzname des Serienmörders Rudolf Pleil gewesen sein soll. Wie der Film, behandelt das Stück die Befragung des Serienmörders Fritz Haarmann durch den Gerichtspsychologen Ernst Schultze 1924 in Hannover. Mindestens 24 Morde an Jungen und Männern soll Haarmann verübt haben. Der Ankündigung des Theaters, dass der Zuschauer von Abscheu wie von Faszination ergriffen sein wird, kann man folgen.

Ein paar Gehminuten vom Sitz des Berliner Kriminaltheaters entfernt hatte man bereits 1921 einen Serienmörder gefasst. Nahe dem damaligen Schlesischen Bahnhof (heute Ostbahnhof) wurde Carl Großmann auf frischer Tat in seiner Wohnung in der Lange Straße 88 verhaftet. Drei Morde konnte man ihm nachweisen, aber bis zu 100 Menschen wähnte man als seine Opfer. Das war in einer Zeit, als die Verbrechensrate im armen, verruchten Friedrichshain so hoch war, dass es dem Stadtteil den Beinamen »Chicago Berlins« eingebracht haben soll. Auch insofern ist das Kriminaltheater dort genau am richtigen Platz.

13.9., 13-20 Uhr, Berliner Kriminaltheater, Palisadenstr. 48, Friedrichshain, Tel.: 47 99 74 88, www.kriminaltheater.de

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