Wenn Frauen töten

Vom weiblichen Geschlecht begangene Straftaten sind schwerer aufzuklären

  • Von Martin Koch
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Sie sei immer eine liebevolle Mutter und Großmutter gewesen, erinnerten sich die Kinder und Enkel von Maria V. aus Kempen, die vor Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Der Grund: Maria V. hatte fünf Menschen mit dem Pflanzenschutzmittel E 605 vergiftet: ihren Vater, eine Tante, zwei Ehemänner und einen Lebensgefährten. Die Mordserie erstreckte sich über einen Zeitraum von fast 20 Jahren. Denn kein Arzt dachte beim Betrachten der Leichen an ein Verbrechen, so dass die offizielle Todesursache jedes Mal »Herzversagen« lautete. Und hätte Maria V. sich im Zorn nicht selbst verraten, wären ihre Mordtaten vielleicht nie aufgedeckt worden. Zumal Frauen laut Statistik relativ selten in krimineller Absicht töten und daher auch seltener in Verdacht geraten.

Tatsächlich gehen von den Millionen Straftaten, die jährlich in Deutschland verübt werden, etwa 75 Prozent auf das Konto von Männern. Bei Körperverletzung und Mord b...


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