Mit dem Rücken zur Wand

Aus Geldnot denkt Halberstadt über einen Verkauf seiner Wohnungen nach

  • Von Hendrik Lasch, Halberstadt
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Weil die Kassen restlos leer sind, will Halberstadt seine Wohnungen verkaufen. Der Rathauschef von der LINKEN will die Stadt vor dem Ruin bewahren, weckt aber in seiner Partei böse Erinnerungen an Dresden.

Problematische Lösung: Ein linker Oberbürgermeister will in Halberstadt städtische Wohnungen verkaufen, um andere Projekte bezahlen zu können, zum Beispiel die dringend nötige Sanierung des Theaters.

Auf der Halberstädter Bühne wird in dieser Saison viel gestorben: Plakate werben für »Othello« und »Macbeth«. Großes Theater, das unter widrigen Bedingungen auf die Bretter gebracht wird. Der Bühnenturm des Theatergebäudes ist baufällig. Abhilfe wäre möglich: Das Land hat Fördergelder für eine Sanierung in Aussicht gestellt. Halberstadt aber muss dankend ablehnen: »Wir haben«, sagt Jürgen Jüling, »kein Geld, um unseren Eigenanteil zu bezahlen.«

Geld ist eigentlich nicht Jülings Metier. Er leitet den Ausschuss für Kultur im Stadtrat. Sein Fachgebiet sind Theater, Literatur und Museen, von denen die Stadt am Rande des Harzes reichlich aufzuweisen hat. Es gibt den mittelalterlichen Domschatz, ein Naturkundemuseum, das Gleim-Haus. Im malerischen Fachwerkviertel arbeitet die Moses-Mendelssohn-Akademie, die jüdisches Leben bewahrt. Wer als Tourist in die Stadt kommt, hat ein volles Programm.

Wer freilich als Politiker für die Halberstädter K...


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